Kreis Düren - Nietan: „Ich weiß, wofür es sich zu kämpfen lohnt“

Nietan: „Ich weiß, wofür es sich zu kämpfen lohnt“

Von: Stephan Johnen
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Die SPD im Kreis Düren setzt bei der kommenden Bundestagswahl erneut auf Dietmar Nietan. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. Kann ein Bundestagsabgeordneter, der sich in Berlin um die Außen- und Europapolitik kümmert und zudem als Schatzmeister der Bundespartei die gesamte Republik bereist, überhaupt die Interessen der Menschen in seinem Wahlkreis vertreten? Diese zentrale Frage hat Dietmar Nietan am Ende seiner Bewerbungsrede selbst aufgeworfen – und direkt beantwortet.

„Ich weiß, dass ich Euch viel zumute. Aber ich weiß auch, wo ich herkomme, dass ich jede freie Minute mit großer Leidenschaft für die Menschen in meiner Heimat arbeiten möchte“, warb er um das Vertrauen der Genossen. Mit Erfolg. Mit 65 Ja- , drei Neinstimmen sowie einer Enthaltung nominierten die Delegierten der Kreis-SPD den 52-jährigen Familienvater als Kandidat für die Bundestagswahl 2017.

Aufgabe Strukturwandel

Sei es der Strukturwandel, die Innovationsregion Rheinisches Revier oder der „Kampf um den Erhalt des Neapco-Standortes in Düren“: „Das sehe ich als meine Aufgabe an – auch wenn ich damit nicht so oft in der Zeitung stehe wie die Überbringer von Förderbescheiden“, betonte Nietan in seiner zum Teil emotionalen Rede.

„Der Friede ist bedroht, soziale und politische Umwälzungen bedrohen die Freiheit“, skizzierte Nietan das Bild einer Welt, die aus seiner Sicht mehr Sozialdemokratie brauche. „Die Sozialdemokratie erinnert daran, dass die Grundlage jeglichen Handels die Würde des Menschen sein muss“, unterstrich Nietan, der vor „Spaltern“ und einer an „Profitgier und Machtkalkül“ ausgerichteten Politik ebenso warnte wir vor „Rattenfängern der Angst“ und Schwarz-Weiß-Malerei ohne Differenzierung. „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich – diese Politik sichert nicht den Zusammenhalt zwischen den Menschen“, gab der SPD-Bundestagsabgeordnete zu bedenken.

Bei der Wahlkreiskonferenz in der ehemaligen Dürener Landwirtschaftsschule ging Dietmar Nietan auch mit der eigenen Partei hart ins Gericht. Anstatt sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in Deutschland, Europa und der Welt starkzumachen, beschäftige sich die Partei zu sehr mit sich selbst, es gebe „Selbstzweifel und Selbstzerfleischung“, bilanzierte Nietan. „Es wird Zeit, die Reihen der SPD zu schließen und sich hinter unseren Idealen zusammenzuraufen“, appellierte der Sozialdemokrat an die Genossen, geschlossen im Wahlkampf aufzutreten und die „Botschaft der SPD“ auch unter das Volk zu bringen. „Wer soll denn der SPD vertrauen, wenn diese andauernd an sich selbst zweifelt?“, fragte er.

Ergebnisse

Dabei habe die SPD im Bund durchaus respektable Ergebnisse vorzuweisen, zählte der Bundespolitiker mit der Mütterrente, der Rente mit 63, der Mietpreisbremse und der Einstellung 3000 neuer Bundespolizisten aus seiner Sicht „nur einige Beispiele“ auf. Ziel sozialdemokratischer Politik müsse es sein, die herrschenden Verhältnisse nicht zu korrigieren, sondern sie zu ändern, „um allen Menschen die gleiche Chance zu geben, etwas aus ihrem Leben zu machen“.

Nietan: „Wir hätten als stärkere politische Kraft viel mehr erreichen können.“ Er ist überzeugt, dass sich die SPD nicht zu verstecken brauche, sondern mit ihrem Programm stärker ins Bewusstsein der Wähler vordringen müsse. „Wenn die Schere zwischen Arm und Reich wieder zugehen soll, brauchen wir mehr als 25 Prozent“, sagte Nietan. Er warb zugleich um tatkräftige Unterstützung in den kommenden Wahlkämpfen auf Landes- und Bundesebene. „Ich weiß, wofür es sich zu kämpfen lohnt“, sagte er.

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