Niederzier - Neue Wanderwege auf der Sophienhöhe

Neue Wanderwege auf der Sophienhöhe

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
12175684.jpg
Rund um den neu angelegten „Licher See“ hat RWE Power auf der Sophienhöhe weitere sieben Kilometer Wanderwege erstellt, die Tagebaudirektor Thomas Körber mit Vertretern der Politik offiziell für die Nutzung freigegeben hat. Foto: Jörg Abels
12175686.jpg
Rund um den neu angelegten „Licher See“ hat RWE Power auf der Sophienhöhe weitere sieben Kilometer Wanderwege erstellt, die Tagebaudirektor Thomas Körber (4.v.l.) mit Vertretern der Politik offiziell für die Nutzung freigegeben hat. Foto: Jörg Abels
12175683.jpg
Rund um den neu angelegten „Licher See“ hat RWE Power auf der Sophienhöhe weitere sieben Kilometer Wanderwege erstellt, die Tagebaudirektor Thomas Körber mit Vertretern der Politik offiziell für die Nutzung freigegeben hat. Foto: Jörg Abels

Niederzier. Zwischen Düren und Jülich ist sie als Landmarke nicht zu übersehen: Die Sophienhöhe, die rekultivierte und bewaldete Abraumhalde des Tagebaus Hambach. Sie überragt die ansonsten ebene Bördenlandschaft um gut 200 Meter und ist im Laufe der vergangenen 35 Jahre nicht nur zu einem bloßen Ausgleich für den massiven Eingriff in die Natur durch den Braunkohleabbau, sondern zu einem einzigartigen Naherholungsgebiet geworden.

Mittlerweile steht Wanderern, Joggern und Mountainbikern ein Wegenetz von deutlich mehr als 100 Kilometern zur Verfügung.

Einblicke in die Rekultivierung

Oberhalb des Ortes, an dem die Geschichte des Tagebaus 1978 begann, dem Montageplatz der großen Schaufelradbagger nahe der damaligen Ortschaft Lich-Stein-straß, gaben Tagebaudirektor Thomas Körber und die Bürgermeister von Niederzier und Elsdorf, Hermann Heuser und Andreas Heller, nun weitere sieben Kilometer Wanderwege für die Öffentlichkeit frei. Wege, die dem interessierten Wanderer rund um den neuen „Licher See“ Einblicke in die Rekultivierungspraxis von RWE Power freigeben.

Denn während die Bäume auf der West- und Nordseite der Sophienhöhe nicht nur im Mammutbaumwald bereits eine stattliche Höhe erreicht haben, findet der Wanderer entlang der neuen Wege im Nordosten vor allem junge Pflanzen vor. „Die Rekultivierung ist für uns eine Herzensangelegenheit“, betonte Thomas Körber. „Sie ist das, was einmal vom Tagebau übrigbleibt.“

Revierförster Günter Rosenland und die Experten der RWE-eigenen Forschungsstelle Rekultivierung haben in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass Monotonie auf der Sophienhöhe kein Thema ist. Standortgerechte Laubbäume wie Hainbuche, Stieleiche und Winterlinde haben Vorrang vor Nadelgehölzen, die zur Auflockerung aber auch nicht fehlen dürfen.

Dazu kommen Edelhölzer wie Wildkirche, Speierling und Elsbeere. Mehr als zehn Millionen wurden mittlerweile angepflanzt. Und jedes Jahr kommen immer noch Tausende hinzu, gut 5000 pro Hektar. Wenn die letzten Erdschichten aus dem Tagebau verkippt worden sind, „dauert es keine sechs Monate, bis wir die Flächen rekultiviert haben“, erklärt Günter Rosenland.

„Mittlerweile finden sich über 600 Pflanzenarten auf der Sophienhöhe wider, die teilweise in der Niederrheinischen Bucht als gefährdet oder bereits ausgestorben gelten“, betonte Körber. „Hier findet sich eine Artenvielfalt, die ihresgleichen sucht.“

Und das gilt nach Auskunft der RWE-Biologen auch für die Tierwelt, die zum weitaus größten Teil von selbst einwandert und Besitz von der Sophienhöhe nimmt – angefangen bei Fledermäusen, Spechten, Steinkäuzen über den selten gewordenen europäischen Flusskrebs bis hin zum Rot- und Schwarzwild, das im dichten Unterholz Deckung findet. „Ich kann jeden nur ermuntern, die Sophienhöhe einmal zu besuchen und wandernd, laufend oder fahrend die schönsten Ecken zu erkunden“, betonte Körber.

Jetzt, wo die Sophienhöhe langsam, aber sicher vor ihrer Vollendung steht und RWE nach der forstwirtschaftlichen Rekultivierung in den kommenden Jahren dazu übergehen wird, auch noch mehr als 1000 Hektar landwirtschaftliche Fläche wiederherzustellen wird, hat Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser die weitere Inwertsetzung der Sophienhöhe noch nicht aus den Augen verloren.

Dabei denkt er zwar nicht mehr an längst verworfenenen Bergwelt-Pläne mit Seilbahn und verschiedenen Sportangeboten, sondern an sanfte touristische Erholungsmöglichkeiten. Die Idee einer Gastronomie, in der sich Wanderer erfrischen können, hat er noch nicht begraben. Auch ein Angebot für Mountainbiker schwebt ihm vor.

Dies, aber vor allem die noch wichtigeren Fragen rund um die Planung der Tagebaunachfolgelandschaft will Heuser mit den weiteren Anrainerkommunen jetzt analog zum „Indeland“ zügig angehen. Am 30. Mai soll auf Burg Obbendorf in Hambach der Startschuss erfolgen. Dabei sollen erste Impulse für die Zukunft gesetzt werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert