Neue Teilzeitengel für die Telefonseelsorge

Von: kte
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Begrüßen acht neue Telefonseelsorger in der Region Düren-Heinsberg-Jülich: Stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender Thomas Tönneßen (von links), Kuratoriumsvorsitzende Ulrike Grab, stellvertretende Leiterin der Telefonseelsorge Kirsten Prey, Leiterin der Telefonseelsorge Margot Kranz und Jürgen Sannig, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises. Foto: Kevin Teichmann

Kreis Düren/Kreis Heinsberg. Wer den Begriff „Telefonseelsorge“ hört, denkt wohl im ersten Moment an Jürgen Domian. Der bekannte TV-Telefonseelsorger legte am 17. Dezember nach mehr als 21 Jahren zum letzten Mal den Hörer auf. Weitaus länger sind manche Telefonseelsorger in der Region schon „an der Strippe“.

Anna (Name von der Redaktion geändert) ist schon 36 Jahre ehrenamtliche Telefonseelsorgerin. „Was die Menschen uns sagen, bleibt auch bei uns“, sagt die 82-Jährige.

Nun wuchs das Team neben den zwei Hauptamtlichen auf 62 Ehrenamtliche, darunter 15 Männer, an. Ein Jahr lang bereiteten sie sich in einer Ausbildungsgruppe auf die wartenden Aufgaben vor. Egal ob es um Partnerschaft, Sexualität, Berufsbiografie, Probleme am Arbeitsplatz, zunehmende Nöte von Familien und Alleinerziehenden, Armut oder Gewalt geht – die neuen Mitarbeiter sind nun gewappnet.

Vor allem sei „Suizidprävention ein Schwerpunkt“ gewesen, erklärt Margot Kranz, Leiterin der Telefonseelsorge Düren-Heinsberg-Jülich, die auch sagt: „Das seelsorgliche Gespräch will den Augenblick heilsam gestalten. Das kann geschehen im aktiven Zuhören ebenso wie in einer Rückmeldung an einen einsamen Menschen. Manchmal sind Themen in der Anonymität besprechbar, die einen nahe stehenden Menschen überfordern könnten.“

Sieben Frauen und ein Mann verstärken nun das Telefonseelsorge-Team, die jüngste Neu-Mitarbeiterin und damit die jüngste Kraft im gesamten Team ist erst 25 Jahre alt. Der Ausbildungsabschluss der acht Neuen wurde im Rahmen eines Gottesdienstes im evangelischen Gemeindezentrum Birkesdorf gefeiert. Beweggründe für das Ergreifen des Ehrenamtes nennt die 51-jährige Lotti (Name geändert): „Ich habe in meinem Leben sehr viel Glück gehabt. Die Menschen, die ich brauchte, waren immer da. Ich ein bisschen von diesem Glück weitergeben. Und als ich in der Zeitung las, dass eine Ausbildung angeboten wird, habe ich mich dafür entschieden.“

Die Seelsorge wird von einer zentralen Stelle aus betrieben, teilweise haben die Mitarbeiter bis zu 60 Kilometer Anfahrt. Die 73-jährige Emma (Name geändert) sieht darin keinen Nachteil: „Es gibt immer einen Übergangsmodus. Man kommuniziert mit dem Nachfolger im Dienst – den Rest mache ich auf der Heimfahrt mit mir selbst aus.“ Es sei ein aufwendiges Ehrenamt, doch Emma stellt den guten Zweck heraus: „Wir sind Teilzeit-Engel.“

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