Neue Flüchtlingsunterkunft: Raumwunder auf 350 Quadratmetern

Von: Jörg Abels
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Die neue Flüchtlingsunterkunft in Ellen in Form eines Achtecks nimmt Gestalt an. Noch vor Weihnachten sollen erste Familien in das multifunktional nutzbare Gebäude einziehen. Foto: Abels
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Architekt Achim Molls und Bürgermeister Hermann Heuser (r.) haben alternative Nutzungen bereits mitgeplant. Foto: Abels

Ellen. Beim Blick von der Morschenicher Straße aus wirkt der Holzbau ein wenig seitlich versetzt neben der Turnhalle der Grundhalle recht unscheinbar, auch wenn die äußere Holzleistenverkleidung noch fehlt. Wie viel Platz sich in dem Achteck, in dem die Gemeinde ab Mitte Dezember Flüchtlinge unterbringen will, verbirgt, offenbart sich erst im Inneren, beim Blick auf die architektonische Grundidee.

Achim Molls, der Bauarchitekt der Gemeinde Niederzier, hat das Oktagon so konzipiert, dass die äußerst variable Raumaufteilung unterschiedlichste Nutzungen erlaubt – von der Flüchtlingsunterkunft bis hin zu einem zweigruppigen Kindergarten, den die Gemeinde nach dem gleichen Bauprinzip „Am Weiherhof“ zwischen Niederzier und Oberzier errichten will.

Was heißt das konkret? In der Mitte des Achtecks befinden sich die sanitären Anlagen. Duschen und WCs nach Geschlechtern getrennt, die über einen umlaufenden Gang aus jedem der Zimmer im äußeren Ring erreicht werden können. Weil die Gemeinde in Ellen mit Blick auf die Nähe zur Grundschule und den vorhandenen Spielmöglichkeiten vor allem Flüchtlingsfamilien unterbringen möchte, sind dort im äußeren Ring derzeit sechs Zimmer mit einer Größe von jeweils 33 Quadratmetern für bis zu 30 Personen konzipiert. „Wir können aus einem Zimmer aber auch problemlos zwei machen oder zwei Zimmer zu einer größeren Wohnung verknüpfen“, erklärt Molls. Der Ein- und Ausbau zusätzlicher Wände und Türen sei binnen einer Woche problemlos möglich.

Maximal können in dem Achteck 48 Personen untergebracht werden. Auch Küchenanschlüsse wurden bereits vorgesehen, so dass – sollten die Flüchtlingszahlen weiter zurückgehen – in dem Achteck auch bedarfsgerechte Wohnungen zum Beispiel für anerkannte Flüchtlingsfamilien eingerichtet werden könnten, erklärt Bürgermeister Hermann Heuser (SPD). Zudem wird jedes Zimmer eine eigene Außenterrasse mit Blick ins Grüne und damit trotz höchster Brandsicherheitsstandards einen zweiten Fluchtweg erhalten.

Temperaturregelung im Rathaus

Bei der Heizung setzt die Gemeinde auf Gasbrennwerttechnik, wobei die Temperatur via „Smart-Home-Lösung“ zentral vom kilometerentfernten Rathaus in Niederzier gesteuert wird.

Im Eingangsbereich wird neben einem Technikraum auch ein kleines Büro für einen Hausmeister und Sozialarbeiter eingerichtet, die die Anlage und die dort wohnenden Flüchtlinge betreuen werden, betont Heuser.

Der Bürgermeister ist überzeugt, dass die Investition in Höhe von 450.000 Euro angesichts der Multifunktionalität des Gebäudes gut angelegt ist. Der Entwurf hat in Architekturkreisen bereits einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und auch das Interesse anderer Kommunen geweckt. In wenigen Wochen können Interessierte das Ergebnis vor Ort dann auch unter die Lupe nehmen.

Eine weitere, baugleiche Flüchtlingsunterkunft entsteht derzeit an der Triftstraße in Hambach. Sie soll im Frühjahr bezugsfertig sein. Sollte das Haus in Hambach einmal nicht mehr für Flüchtlinge benötigt werden, kann sich Heuser dort durchaus auch Wohnungen für Studenten der nahen Fachhochschule in Jülich oder aber eine Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus vorstellen. Beides ließe sich problemlos mit wenigen Handgriffen verwirklichen, betont Achim Molls.

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