Neue A4-Ausfahrt Merzenich geöffnet

Von: Jörg Abels
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Aus Richtung Aachen können Verkehrsteilnehmer seit Dienstag auch die A4-Anschlussstelle Merzenich benutzen. Unterhalb der K2-Brücke zwischen Ellen und Arnoldsweiler hat der Landesbetrieb Straßenbau eine provisorische Abbiegespur auf die neugebaute A4 eingerichtet. Foto: Jörg Abels
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Rechtzeitig vor der Öffnung der neuen A4-Anschlussstelle wurden die Brückenarbeiten an der L 264 bei Merzenich abgeschlossen.

Düren/Merzenich. Erster war weder ein Auto- noch ein Lkw-Fahrer: Kaum hatten Vertreter der Polizei, der Bezirksregierung Köln und des Landesbetriebs Straßenbau NRW am Dienstagmorgen kurz vor 10 Uhr „grünes Licht“ zur provisorischen Teilöffnung der neuen A4-Anschlussstelle Merzenich gegeben, bog ein Motorradfahrer unterhalb der K2-Brücke bei Ellen auf die ersten Kilometer der Neubaustrecke ab.

Überhaupt hielt sich der „Ansturm“ auf die aus Richtung Aachen weit vor der Ausfahrt Düren auf Hinweistafeln angekündigte Umleitungsstrecke (U1), die die B56 in Düren während des anstehenden Brückenabrisses an der Schoellerstraße noch weiter entlasten soll, in den ersten Stunden in Grenzen. Das mag zum einen daran liegen, dass sich die Verkehrsteilnehmer erst noch an die alternative Fahrtstrecke gewöhnen müssen, wahrscheinlich aber auch daran, dass das befürchtete Chaos in Düren trotz der nur noch zwei auf der Ersatzbrücke zur Verfügung stehenden Fahrspuren in den ersten Wochen ausgeblieben ist.

Trotzdem stand die vorzeitige Teilfreigabe der neuen A4-Anschlussstelle Merzenich in den vergangenen Tagen nicht mehr zur Disposition, erklärte Werner Engels, Projektleiter für die Verlegung der A4 beim Landesbetrieb Straßenbau, auf Nachfrage. „Jeder Lkw, der Düren umfährt, sorgt schließlich für Entlastung.“ Und für alle, die aus Richtung Aachen in den Raum Euskirchen/Zülpich wollen, sei die neue Ausfahrt ohnehin von Vorteil. Über die L264 können sie Düren ab sofort rechts liegen lassen, brauchen sich weder über die Behelfsbrücke noch durch den Kreisverkehr am Friedrich-Ebert-Platz zu quälen.

Für Werner Engels und sein Team biegt das Projekt A4-Verlegung mit der Teilöffnung der A4-Anschlussstelle nun endgültig auf die Zielgerade ein. Dank des ungewöhnlich milden Winters hat sich am Termin der für Mitte September geplanten offiziellen Freigabe der Neubaustrecke nichts mehr geändert. „Wir liegen weiter voll im Zeitplan“, betonte Engels, „auch wenn noch anstrengende Monate bevorstehen.“

Vor allem im Bereich der künftigen Anschlussstelle Elsdorf muss noch einiges bewegt werden. Aber auch der sechsspurige Ausbau zwischen der Ausfahrt Düren und der nun provisorisch eingerichteten Behelfsausfahrt an der K2 hat gerade erst begonnen. Als letztes folgen die Telematik, die Beschilderung, der Bau der Leitplanken und anderer Schutzeinrichtungen sowie die Markierungen, bevor sich nach einer letzten Sicherheitsüberprüfung zur offiziellen Freigabe hoher Besuch unter anderem aus dem Bundesverkehrsministerium angekündigt hat.

Schließlich gehören die tagebaubedingte Verlegung und der sechsspurige Ausbau der A4 zwischen Düren und Kerpen zu den größten laufenden Straßenbauprojekten des Bundes, auch wenn sich Tagebaubetreiber RWE Power nicht unwesentlich an den mittlerweile auf 193 Millionen Euro angewachsenen Kosten des Megaprojekts beteiligen muss.

Der 30-prozentige Anstieg der Baukosten von 131 auf rund 170 Millionen Euro – der Rest entfiel auf den Grunderwerb – sei nicht ungewöhnlich, betonte Engels. Zum einen stammten die ursprünglichen Berechnungen aus dem Jahr 2005 und würden keine Preissteigerungen enthalten, zum anderen hätte sich eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen verteuert. Engels verweist auf die Brücken, aber auch auf die Regenrückhaltebecken am Stammelner Fließ und am Ellebach, die aufgrund neuer Berechnungen größer dimensioniert werden mussten.

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