Kreis Düren - Netzwerk: Mit Courage gegen Rassismus

Netzwerk: Mit Courage gegen Rassismus

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Heike Schwarzbauer referierte über die Erfahrungen. Foto: dmd

Kreis Düren. Die kreiseigene Schule Berufskolleg Jülich ist seit zwei Jahren eine „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“. Bei einer Sitzung des Integrations- und Migrationsausschusses des Kreistages im Berufskolleg informierte Renate Bonow, Landeskoordinatorin der Schulen ohne Rassismus, die Ausschussmitglieder über Idee, Entwicklung und Konzept der Initiative.

Schulleiterin Heike Schwarzbauer berichtete anschließend über Erfahrungen am Berufskolleg Jülich.

Die Ursprünge gehen in die 90er Jahre zurück. Nach den rassistischen Übergriffen in Mölln und Solingen und der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit im Land gründeten Bürger in Bonn den Verein „ Aktion Courage“. Aus diesem Trägerverein ist das Projekt „Schule ohne Rassismus“ hervorgegangen – eine Initiative von Schülern, die sich aktiv gegen jede Form von Rassismus einsetzen.

70 Prozent der Schüler und Lehrer einer Schule unterschreiben dazu eine Selbstverpflichtungserklärung. Ziel ist es, Ideen und Aktivitäten zu entwickeln, um Diskriminierungen zu überwinden, sich aktiv dagegen einzusetzen und einmal im Jahr eine Projektwoche zum Thema Rassismus an der Schule zu organisieren. Zudem suchen sich die Schüler Paten in der Zivilgesellschaft, die sie in ihrem Engagement unterstützt.

„Der Mehrwert liegt in der Vernetzung“, findet Landeskoordinatorin Renate Bonow. Die Berliner Geschäftsstelle der Bundeskoordinatoren hilft den Schulen mit einer Start-Info, gibt verschiedene Themenhefte und eine Zeitung heraus, bietet individuelle Beratung, betreibt eine Homepage und Facebook Seite, organisiert Fachtagungen, Qualifizierungsmaßnahmen und Vernetzungstreffen.

Wie eine „Schule ohne Rassismus“ in der Praxis funktioniert, erläuterte Schulleiterin Heike Schwarzbauer. Das Berufskolleg Jülich schreibe im Schulprofil soziales Engagement groß. Paten sind Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW, und das Institut für Politische Wissenschaften der RWTH Aachen.

In den vergangenen Jahren besuchten Holocaustüberlebende die Schule, die Schüler veranstalteten eine Ausstellung zum Thema Rassismus, ein Benefiz-Konzert und eine Spendenaktion für die Flüchtlingshilfe Syrien. Ein Sponsorenlauf ist geplant. Derzeit werden Flüchtlinge in einer Internationalen Auffangklasse und einer Internationalen Förderklasse beschult. Das Berufskolleg organisierte für die neuen Mitschüler Projekte, um Kontakte und Freundschaften anzubahnen.

Schulen, die dem Programm beitreten möchten, werden vom Kommunalen Integrationszentrum unterstützt.

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