Geich - Nach 1000-km-Traktor-Fahrt ist Kristina Dahmen zurück

Nach 1000-km-Traktor-Fahrt ist Kristina Dahmen zurück

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
landwirte3_140
Wurde gestern nach ihrer Rückkehr aus Berlin von ihrer Familie in Geich begeistert empfangen: die 24-jährige Kristina Dahmen, die sich mit dem Traktor auf den Weg nach Berlin gemacht hatte, um am Montag gegen die Ungleichbehandlung deutscher Landwirte zu demonstrieren. Foto: Abels

Geich. Kristine Dahmen muss Lachen. „Nein, das Gesäß schmerzt nicht. Die heutigen Traktoren sind gut gefedert und ausgestattet wie moderne Lkw”, erklärt die 24-Jährige nach der Rückkehr von ihrer sechstägigen Traktor-Fahrt nach Berlin, mit der sie gegen die Benachteiligung deutscher Landwirte demonstrierte, insbesondere gegen die zu hohe Agrardieselbesteuerung.

„Und außerdem sitzen wir im Sommer bei der Erntezeit manchmal sogar noch länger auf dem Traktor.” Doch das Lachen verschwindet schnell wieder aus ihrem Gesicht. Dafür ist das Thema zu ernst.

Auch wenn die Landwirte am Montag mit ihrer Sternfahrt nach Berlin, die Kristina Dahmen anführte, bei der Bundesregierung nicht alle ihre Forderungen durchsetzen konnten, ist die 24-Jährige aus Langerwehe-Geich zufrieden.

Dass der Steuersatz für Agrardiesel von 40 auf 25,56 Cent je Liter gesenkt wird, wertet sie als Zugeständnis, als ersten Schritt, dem nun aber noch weitere folgen müssen, um die Ungleichbehandlung deutscher Landwirte im europäischen Vergleich zu beseitigen.

„Vor allem bei uns hier im Dreiländereck ist die Benachteiligung groß. Die belgischen Landwirte dürfen beispielsweise sogar Heizöl fahren”, fordert die 24-Jährige mit ihren Kollegen weiter die Abschaffung dieses Wettbewerbsnachteils und gleiche Produktionsbedingungen in Europa.

Eine Forderung, mit der Kristina Dahmen bei ihrer 1000 Kilometer langen Fahrt vom Aachener Europaplatz bis zur Berliner Siegessäule auch bei zahlreichen Gesprächen in der Bevölkerung auf großes Verständnis stieß.

„Toll war auch, wie solidarisch die Kollegen entlang der Strecke waren”, berichtet die Landwirtin. Immer wieder legten Landwirte spontan ihre Feldarbeit nieder und begleiteten die 24-Jährige ein Stück ihres Weges, einige spendierten auch bereitwillig die nächste Tankfüllung.

„Kristina gebührt für ihren Einsatz großer Respekt”, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Wirtz, selbst Landwirt, „schließlich war sie stellvertretend für alle rheinischen Landwirte in Berlin”. Wirtz freute sich mit der 24-Jährigen, dass ihr Einsatz erste Früchte getragen hat. „Aber die Rahmenbedingungen müssen weiter verbessert werden”, so Wirtz mit Blick vor allem auf die auf Druck der Discounter unter die Herstellungskosten gefallenen Milchpreise.

„Die Produkte, die hier verzehrt werden, müssen auch in Zukunft hier produziert werden können”, forderte der Christdemokrat auch ein Einsehen der Verbraucher. „Wir dürfen uns nicht vom Ausland abhängig machen.” Das gehe langfristig zu Lasten des Preises, vor allem aber würden die deutschen Hygiene- und Qualitätsstandards im Ausland nicht überall eingehalten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert