Kreis Düren - Münstermann will Städte und Gemeinden finanziell entlasten

Münstermann will Städte und Gemeinden finanziell entlasten

Von: Ingo Latotzki
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Will Landrat werden: Peter Münstermann. Foto: Ingo Latotzki

Kreis Düren. Der Landrat des Kreises Düren ist nicht nur Chef der Kreisverwaltung mit rund 1200 Beschäftigten, sondern auch oberster politischer Repräsentant des Kreises. Peter Münstermann, 59, strebt dieses Amt an und sähe sich, sollte er am 13. September gewählt werden, als jemand, der „vor allem die Kommunen im Blick hätte“.

Münstermann will die 15 Städte und Gemeinden finanziell entlasten, sagt er. Die Orte seien über die Kreisumlage (eine der wenigen Einnahmequellen des Kreises) „hoch genug belastet“.

Münstermann ist derzeit Landtagsabgeordneter für die SPD. Landrat möchte er werden, weil er „dann noch näher an den Menschen“ im Kreisgebiet wäre. Das Langerweher Ratsmitglied tritt gegen den amtierenden Landrat Wolfgang Spelthahn, CDU, an. Beide werden sich am kommenden Dienstag, 25. August, in einer von Dürener Nachrichten/Dürener Zeitung veranstalteten Podiumsdiskussion in der Kulturfabrik „Becker & Funck) (ab 18.30 Uhr) präsentieren (Eintritt frei).

Münstermann sagt über sich: „Wenn ich etwas mache, dann zu hundert Prozent. Ganz oder gar nicht.“ Sollte er gewählt werden, hätte er keine Mehrheit im Kreistag, dem Gremium, das die politischen Beschlüsse endgültig fasst. Der Kreis wird derzeit von einer Koalition aus CDU und Grünen regiert.

Münstermann will reden. Er spreche mit allen Demokraten, sagt er. Deshalb sei es nicht so wichtig, dass seine SPD im Kreis Düren nicht zur herrschenden Klasse gehöre. Viele Beschlüsse erfolgten sowieso einhellig. Zudem könne die Politik auf Kreisebene „vieles nicht beeinflussen“. In der Tat fallen Entscheidungen häufig dort, wo sie unmittelbar Auswirkungen haben: in den Kommunen des Kreises selbst. Als wichtige Handlungsfelder des Kreises gelten aber die Jugendpolitik (nur die Stadt Düren unterhält ein eigenes Jugendamt) und die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen über die „Jobcom“. Außerdem unterhält der Kreis vier Berufsschulen.

Münstermann würde drei Arbeitsgruppen bilden, wenn er Landrat würde. Eine, um Einsparungen voranzutreiben, eine um Entscheidungen und Beschlüsse zu kontrollieren, eine, in der die Bürgermeister der 15 Städte und Gemeinden zusammenkämen – jede einzelne Arbeitsgruppe mit Beteiligung der Kreisverwaltung und mit seiner Beteiligung, versteht sich. „Der Kreis sitzt mit den Kommunen im Boot“, sagt er wieder. Und auch das: Der Kreis müsse nicht bei allem gewinnen.

Münstermann sagt auch, was er nicht will: Sozialstandards kürzen. Der ehemalige RWE-Betriebsrat ist erst mit 50 in die SPD eingetreten, weil er den Eindruck hatte, das Soziale käme in dieser Partei nach der Agenda 2010 zu kurz. Das Freizeitbad Kreuzau etwa, das über eine Gesellschaft des Kreises betrieben wird und nach wie vor defizitär ist, würde er nicht einfach so schließen, sagt er. „Nicht, solange unklar ist, was mit den 40 Beschäftigten geschieht.“

Die Wirtschaftsförderung würde er „zur Chefsache“ machen. Münstermann sieht sich als „obersten Wirtschaftsförderer des Kreises“. Er wolle Arbeitsplätze schaffen, vor allem mit Blick auf das absehbare Ende des Braunkohletagebaus. Die Aufgaben des Wirtschaftsförderers könne er deshalb schon gut ausfüllen, weil er „viele, viele Kontakte hat“, in die Landesregierung hinein, in die Bezirksregierung.

Ein Ziel müsse sein, einen Fachhochschulstandort in Düren zu installieren. Münstermann sieht sich „in einem Team als Spielführer“. Deshalb könne er jetzt auch noch nicht sagen, wo Geld gespart werden könnte. Vorschläge müssten gemeinsam erarbeitet werden, „ich will dem nicht vorgreifen“. Dann sagt er noch, vieles brauche Zeit, er könne keine „Wunder wirken“.

Wer kann das schon.

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