Mit dem Braunkohleplan Inden noch warten

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Noch gut 20 Jahr e fressen sich die Bagger durch den Tagebau Inden. Gegen den geplanten Inden-See wollen SPD und CDU nach den tragischen Ereignissen im ostdeutschen Nachterstedt nun klagen. Foto: Lammertz

Kreis Düren. Auf Antrag der SPD-Fraktion fordert der Kreisausschuss die Landesregierung auf, mit der rechtskräftigen Veröffentlichung der bereits im Juni vom Wirtschaftsministerium genehmigten Änderung des Braunkohlenplans Inden solange zu warten, bis die Ursachen für das tragische Unglück in Nachterstedt und mögliche Auswirkungen auf die Standsicherheit der Uferböschungen des geplanten Restsees Inden geklärt sind.

Allerdings machte CDU-Fraktionschef Karl Schavier während einer Sondersitzung des Gremiums am Mittwoch noch einmal deutlich, dass seine Partei nach den Ausführungen des Bergbehördenvertreters im Aufsichtsrat der Entwicklungsgesellschaft Indeland GmbH, dem Zusammenschluss aller Anrainerkommunen mit Ausnahme der Stadt Düren, derzeit keinen Zweifel an der Sicherheit des Restsees hat.

Weder seien die geologischen und hydrologischen Verhältnisse von Nachterstedt mit denen im rheinischen Revier zu vergleichen noch gebe es nicht-kartierte unterirdische Stollen oder Fließsand wie in Nachterstedt, wo zudem auf Schüttungen innerhalb der Sicherheitszonen gebaut wurde.

Anhörung von Experten

Sobald die bislang nur mündlich gegenüber der Indeland GmbH erläuterten Erkenntnisse der Bergbehörde in schriftlicher Form vorliegen, will der Kreis Düren nun eine Anhörung organisieren, in der Mitglieder der in Nachterstedt tätigen NRW-Expertenkommission allen Entscheidungsträgern der Restseeanliegerkommunen ihre Erkenntnisse erläutern sollen.

Landrat Wolfgang Spelthahn hat beim NRW-Wirtschaftsministerium bereits insistiert, den Bericht, der Grundlage weiterer Beratungen sein soll, umgehend zu erhalten.

Josef-Johann Schmitz (SPD), stellvertretender Vorsitzender des Braunkohlenausschusses der Bezirksregierung, erwartet dieses Papier noch vor der nächsten Sitzung seines Gremiums, das sich am 28. August mit der Situation im rheinischen Revier auseinandersetzen wird und über letzte „redaktionelle Hinweise” am geänderten Braunkohlenplan Inden beraten muss.

An der bereits erfolgten Genehmigung selbst aber ändere das nichts mehr, betonten Schmitz und Schavier, der für die CDU im Braunkohlenausschuss sitzt. Nach der Sitzung könnte der Plan mit der Seelösung dann vom Ministerium veröffentlicht und damit rechtskräftig werden.
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