Mehr als jede zweite Straftat im Kreis Düren wird aufgeklärt

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
Kriminalstatistik Kreis Düren
Mehr als jede zweite Straftat im Kreis Düren wird aufgeklärt und die Zahl der Straftaten ist insgesamt rückläufig.
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Präsentieren die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2014: Polizeidirektor Jürgen Möller, Landrat Wolfgang Spelthahn und Marie-Therese Zissenich von der Direktion Kriminalität (von links). Foto: Burkhard Giesen

Düren. Der Pfeil ist grün und zeigt in allen wichtigen Bereichen nach unten: Mehr als jede zweite Straftat im Kreis Düren wird aufgeklärt und die Zahl der Straftaten ist insgesamt rückläufig. Grund zur Freude also bei Behördenleiter Landrat Wolfgang Spelthahn.

Der erläuterte am Mittwoch gemeinsam mit Polizeidirektor Jürgen Möller und Marie-Therese Zissenich von der Direktion Kriminalität die Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2014.

Genau 18134 Straftaten hat die Polizei in 2014 verzeichnet, 899 weniger als noch im Vorjahr. Leicht gestiegen ist die Aufklärungsquote, die jetzt bei 53,16 Prozent (2014: 51,69 ) lag. An beiden Zahlen zeige sich die Wirksamkeit der polizeilichen Maßnahmen, versichert Spelthahn, der darauf verweisen kann, dass die Gesamtzahl der Delikte in den vergangenen zehn Jahren noch nie so niedrig war.

Gepunktet hat die Polizei vor allem auch in dem Bereich, wo sie sich besonders stark engagiert und die Bürger besonders empfindlich getroffen werden. Entgegen dem Landestrend sinkt die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis Düren weiter. Dem Minus von etwas mehr als acht Prozent stehen zudem eine weiter verbesserte Aufklärungsquote (von 15,8 in 2013 auf jetzt 17,6) und eine Zunahme der gescheiterten Einbrüche gegenüber. In 347 von den 802 Einbrüchen waren die Täter nämlich nicht erfolgreich. Spelthahn: „Das ist eine Erfolgsgeschichte. Und nur mit der Hilfe der Bürger können wir diese Erfolge stabil halten“, ist sich Spelthahn sicher.

So sei die weitere Steigerung der Aufklärungsquote nicht zuletzt auf die Mitarbeit der Bürger zurückzuführen. Spelthahn: „Ein Täter fällt nicht vom Himmel. In der Regel fällt er vorher im Umfeld auf.“ Schon im letzten Jahr hatte die erhöhte Aufmerksamkeit der Bürger zu mehr Zeugenhinweisen geführt. Für Spelthahn das deutlichste Zeichen, dass es gelungen sei, „die Polizei als Verbündeten der Bürger sichtbar zu machen..“

Für Polizeidirektor Jürgen Möller ist klar, dass man trotz des Rückgangs den Schwerpunkt der Einbruchsbekämpfung fortführen wird. Möller: „Danach richten wir unsere Maßnahmen aus und wir glauben auch, dass das wirkt.“ Möller sieht hier durchaus ein Dilemma, weil die vom Bürger gefühlte Sicherheit nicht unbedingt mit den Zahlen übereinstimmt. Möller: „Auch wenn die Zahlen bei den Wohnungseinbrüchen zurück gehen, sagen wir dem Bürger ja gleichzeitig: Pass‘ auf dein Haus auf.“

Dabei widerspricht sich das nicht, suggeriert aber eine Gefahr, die als bedrohlich wahrgenommen werden kann. Hinzu kommt, erläutert Spelthahn, dass gerade Wohnungseinbrüche von den Bürgern „als erheblicher Eingriff in die Lebensqualität“ empfunden werde. Und man dann offenbar auch zu Überreaktionen neigt, wie sich jüngst in Merzenich gezeigt hat, wo es Tendenzen zur Gründung einer Bürgerwehr gab. „Bürgerliche Selbsthilfe kann keine Alternative zum staatlichen Handeln darstellen“, sagt Wolfgang Spelthahn unmissverständlich, um aber auch festzustellen: „Wir wollen mehr Sicherheit für alle Bürger. Wenn Polizei mehr Präsenz zeigt, wächst auch das Sicherheitsempfinden bei den Bürgern.“

Spelthahn lobt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Stadt Düren, die ihren Ordnungsdienst aufgestockt hat, um so vor Ort präsenter zu sein. Dass das Sinn macht, zeigt allein der Umstand, dass sich die 613 Fälle von Gewaltkriminalität im Jahr 2014 laut Marie-Therese Zissenich „größtenteils in der Dürener Innenstadt“ ereignet haben. Mehr Präsenz würde sich die Polizei auch am Bahnhof Düren wünschen. Ein Drittel aller Taschendiebstähle ereignen sich hier. Und die Zahl ist sprunghaft gestiegen, „seit die Bundespolizei hier keine Kontrollen mehr durchführt“, so Zissenich weiter.

Spelthahn will dieses Thema gemeinsam mit der Stadt Düren aufgreifen. Er plädiert auch dafür, zumindest darüber nachzudenken, dass hier künftig eine Videoüberwachung erfolgen sollte.

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