Niederzier - Masterplan als Meilenstein fürs „Indeland“

Masterplan als Meilenstein fürs „Indeland“

Von: Jörg Abels
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Vertreter der sieben beteiligten Kommunen, des Kreises Düren und des Tagebaubetreibers RWE Power haben in der Aula der Gesamtschule Niederzier mit dem Masterplan Indeland 2030 einen Orientierungsrahmen für die kommenden 15 Jahre beschlossen. Foto: Abels

Niederzier. Vertreter der sieben „Indeland“-Kommunen Inden, Aldenhoven, Jülich, Eschweiler, Linnich, Langerwehe und Niederzier sowie des Kreises Düren haben am Montagabend nach mehrjährigen Abstimmungsgesprächen mit Fachplanern, Tagebaubetreiber RWE Power und dem Aachener Büro für Kommunal- und Regionalplanung (BKR) den „Masterplan Indeland 2030“ per Deklaration endgültig auf den Weg gebracht.

Landrat Wolfgang Spelthahn sprach von einem „Meilenstein für den weiteren Entwicklungsprozess im Indeland“. Er dankte bei dem Termin in der Aula der Gesamtschule Niederzier noch einmal ausdrücklich der Gemeinde Inden und ihrem mittlerweile ausgeschiedenen Bürgermeister Ulrich Schuster, die im Jahr 2000 die Diskussion über die Zukunft der Tagebaunachfolgelandschaft neu entfacht hatte und Motor der Seelösung gewesen sei.

90-seitiges Werk

Das knapp 90 Seiten starke Werk sei ein interkommunaler Orientierungsrahmen für den anstehenden Strukturwandel bis zum Ende des Tagebaus im Jahr 2030, der nicht als statisches Instrument, sondern als ein fortlaufender Prozess zu verstehen sei, hieß es. Der Masterplan böte die Chance, lokale Entwicklungsvorstellungen und externe Impulse abzustimmen, zu koordinieren, zu bündeln und strukturwirksame Projekte so zu entwickeln, dass Fördermittel beantragt und private Investitionen akquiriert werden können.

„Wir stehen in der Region gemeinsam hinter dem angestoßenen Prozess“, freute sich Spelthahn über das starke Signal der „Rätekonferenz“, verbunden mit der Hoffnung, dass auch die Stadt Düren in Kürze als letzter Anrainer des Tagebaus Inden mit ins Boot steigen wird. „Das gemeinsame Planen und Handeln ist die einzige Zukunftsoption für die Region“, betonte André Simon (BKR). Er sieht im „Indeland“ eine Modellregion für den Aufbau einer zukunftsweisenden, ressourcen- und umweltschonenden Infrastruktur.

Das wird auch im Leitbild des Masterplans deutlich. Lars Kulik (RWE) spricht von einer Musterregion, die Vorbildcharakter auch für den ebenfalls anstehenden Strukturwandel im Umfeld der Tagebaue Hambach und Garzweiler haben könnte. Im Mittelpunkt steht eine nachhaltige Entwicklung der Region unter weitgehender Nutzung regionaler Potenziale, um den Menschen einen attraktiven Lebensraum zu gestalten.

Der fortlaufende Rekultivierungsprozess bietet hervorragende Chancen für die Etablierung einer zukunftsorientierten Landwirtschaft, für attraktive Natur- und Freizeiträume sowie darauf ausgerichtete Strukturen in der Industrie, im Gewerbe und im Bereich der Dienstleistungen, sind die Macher überzeugt. André Simon betonte dabei noch einmal, wie wichtig es sei, die vorhandenen Potenziale der Forschungs- und Bildungslandschaft weiterzuentwickeln. „Ziel muss es sein, hoch qualifizierte Fachkräfte an die Region zu binden“, betonte Simon. Gleichzeitig müsse es gelingen, für stabile Beschäftigungsverhältnisse in allen Bereichen zu sorgen.

Die im Masterplan Indeland 2030 aufgelisteten Maßnahmen und Ziele basieren nach einer Analyse der Stärken und Schwächen der Region auf fünf Leitlinien:

1. Wohn- und Arbeitsbevölkerung dauerhaft an das Indeland binden.

2. Den wirtschaftlichen, sozialen und landschaftlichen Strukturwandel in Folge der Beendigung des Braunkohletagebaus vorausschauend beeinflussen.

3. Die Potenziale der Forschungs- und Bildungslandschaft Indeland im Kontext der Euregio Maas-Rhein nachhaltig fortentwickeln.

4. Modellregion für ressourceneffizientes Wirtschaften.

5. Aufbau einer zukunftsweisenden, ressourceneffizienten und umweltschonenden Infrastruktur.

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