Mandolinenclub „TC Rurland“ in der neuen Heimat angekommen

Von: Bruno Elberfeld
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Ein besonderes Andenken: Neben einer Urkunde erhielten die 24 geehrten Vereinsmitglieder eine Fotokollage mit Bildern von Alt-Pier. Foto: bel

Pier. An das neue Pier – umgesiedelt wegen des Tagebaus Inden – haben sich viele Mitglieder des Mandolinenclubs Pier „TC (Touristenclub) Rurland“ schon gewöhnt. Doch die alte Heimat, die Straßen und Sträßchen, die Häuser und Gässchen bleiben im Gedächtnis.

Alfons Schalbach, in Personalunion Dirigent, Geschäftsführer und „Mädchen für alles“, brachte es in seiner Rede zum 95. Jubiläum seines Vereins zum Ausdruck. Der Fokus seiner launig- humorvollen Worte in einer Mischung aus Hochdeutsch und Dialekt lag auf der Zukunft. „Wenn me moss, dann kamme!“ Die Menschen im Pierer Bürgerhaus verstanden ihn: „Wenn man muss, dann kann man!“

Die Gründung im Jahre 1922, wenige Jahre nach dem ersten Weltkrieg, war eine Kooperation mit der Eisenbahn. Pier und Nachbarorte verfügten noch über einen eigenen Bahnhof.

„Wenn drei Deutsche zusammensitzen“, stellte Alfons Schwalbach fest, „gründen sie einen Verein.“ So war das auch Anfang der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Eine gute Zeit für die Gründung von Vereinen, entnahm Alfons Schwalbach der Schrift zur 75-Jahre-Feier des Mandolinenclubs. Pate war also die „Dürener Eisenbahn AG“. In einem Abteil der zweiten Klasse – so berichten die Annalen – sollen tatsächlich drei Männer gehockt haben, die den Mandolinenclub gegründet hatten. Unter den Gründern war Peter Schwalbach, dessen Nachkommen heute noch in dem Verein aktiv sind.

Der Zusatz „TC – Touristenclub“ rührt daher, dass die Mitglieder zur damaligen Zeit in ihrer Freizeit wanderten. Die Ziele waren der Rhein und die nahe gelegene Eifel. Den ersten musikalischen Wettbewerb bestritt der Club schon 1926. Nach dem Zweiten Weltkrieg, Anfang der 50er Jahre lebte die Vereinsarbeit wieder auf. Die Ehrenmitglieder Heinz Fergen und Bernhard Axer können noch heute ein „Lied davon singen“.1975 gründete der MC Pier eine Solistengruppe gegründet, deren Lieder sogar im Südwestfunk gespielt wurden. Seit 1991 besteht die Gesangsgruppe „Rurlandsingers“.

24 Vereinsmitglieder wurden vom Vorsitzenden Manfred Schalbach und seinem Bruder Alfons persönlich geehrt. Jeder erhielt eine Urkunde und als besonderes Andenken eine Fotocollage mit Bildern von Alt-Pier. „Wir sind aus der alten Heimat vertrieben worden“, bemerkte Alfons Schalbach, „haben aber eine neue gefunden!“

Für 40 und mehr Jahre wurden geehrt: Frank Fergen, Toni Horn, Helmut Müller, Margit Schröder, Ulrich Schröder, Manfred Schwalbach, Marianne Wirtz, Peter Wirtz.

Ein halbes Jahrhundert und mehr sind dabei: Joseph Peiffer und Alfons Schwalbach. Sechs Jahrzehnte und mehr dienen dem Club: Franz Jansen und Rolf Leonards. Die Spitze der Jubiläumsjahre halten mit je 70 Jahren: Bernhard Axer und Heinz Fergen. Für die musikalische Unterhaltung sorgten der Mandolinenclub „Wandervogel Merken“ und der 82-jährige Opernsänger Gerhard Barnass.

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