Mammographie-Screening: Dem Brustkrebs zuvorkommen

Von: Martina Rippholz
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Sie appellieren an alle Frauen im Kreis Düren, den Termin zur vorsorglichen Brustkrebs-Untersuchung wahrzunehmen (v.l.): Die drei speziell ausgebildeten radiologischen Fachkräfte, Radiologe Dr. Martin Dönges und Politikerin Elisabeth Koschorreck. Foto: Rippholz

Kreis Düren. Brustkrebs ist die häufigste Todesursache bei Frauen. Da sind sich die Experten einig. Deshalb hat der Bundestag 2002 für alle Frauen zwischen 50 und 69 ein Mammographie-Screening beschlossen, finanziert durch die Krankenkassen.

Mit dieser Untersuchung kann Brustkrebs frühzeitig erkannt und behandelt werden. Seit Mitte Dezember gibt es auch im Kreis Düren einen zertifizierten Screening-Standort.

Rund 50 Frauen pro Untersuchungstag kommen seitdem in die Gemeinschaftspraxis für Radiologie und Nuklearmedizin in der Kreuzstraße in Düren und lassen dort ihre Brust überprüfen. Das sind 50 Prozent derer, die von einer zentralen Stelle in Düsseldorf zur Untersuchung eingeladen wurden.

„Zu wenig,” sagt Dr. Martin Dönges, Arzt in der Dürener Praxis. Er appelliert - gemeinsam mit Professor Berthold Wein, Screening-Programmverantwortlicher für die Region Aachen, und Elisabeth Koschorreck (MdL) - an die Frauen im Kreis, sich dem kostenlosen Brustkrebsvorsorge-Check zu unterziehen.

Die Angst davor nehmen und Vorurteile bekämpfen, das ist ihr Ziel. „Vor allem das Zusammendrücken der Brust für das radiologische Durchleuchten ist nicht angenehm.

Aber das Ganze dauert höchstens 10 Minuten”, wirbt Dönges. „Für die Gesundheit sollte man diesen geringen Aufwand auf sich nehmen.”

Wichtig ist ihm aber vor allem: „Die Mammographie richtet sich an gesunde Frauen. Ab 50 Jahren steigt das Brustkrebsrisiko. Deshalb wollen wir vorsorglich sicherstellen, dass keine Auffälligkeit vorliegt.” Bei über 90 Prozent der Frauen sei dies der Fall. „Aber auch wenn etwas Auffälliges gefunden wird, muss es kein Brustkrebs sein”, so Dönges.

Und falls nach mehreren, ausführlichen Untersuchungen doch Krebs diagnostiziert würde, sei dies kein Todesurteil. „Durch die Mammographie erkennen wir den Tumor, wenn er noch sehr klein ist. Das erhöht die Heilungschancen enorm,” erklärt der Radiologe. Das weiß er aus aus Erfahrungen europäischer Nachbarländer.

In Skandinavien etwa konnte die Sterblichkeitsrate durch regelmäßige Kontrollen um 25 Prozent gesenkt werden. Dönges und seine Kollegen hoffen nun, dass dies auch im Kreis Düren erreicht werden kann. Dafür muss sich ein dringlicher Wunsch erfüllen: „Alle Frauen müssen der Einladung zur Mammographie-Termin folgen.”
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