Inden - Lucherberger See geht ab 2020 zugrunde

Lucherberger See geht ab 2020 zugrunde

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Noch spiegelt sich die Lucherberger Skyline im gleichnamigen See. Ab 2020 legt RWE das künstlich erzeugte Gewässer trocken. Foto: Guido Jansen
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RWE Power hat den Verlauf der Inde zwischen Kirchberg und Lamersdorf renaturiert. Foto: Guido Jansen

Inden. 2020 will RWE Power beim Lucherberger See den Stopfen ziehen. Innerhalb weniger Jahre soll der See versickern. Das Verschwinden des Lucherberger Sees ist seit vielen Jahren geplant. Er macht dann Platz für die letzten Abbauabschnitte des Tagebaus Inden, an denen die Bagger in den späten 2020er Jahren fressen sollen, bevor der Tagebau wenige Jahre später ausgekohlt ist. Beschlossene Sache ist der Wasserablass aber noch nicht, zumindest formell.

Im Sommer stellt das Unternehmen den Antrag auf Beseitigung des Sees bei der für Bergbauangelegenheiten zuständigen Bezirksregierung Arnsberg. „Der Lucherberger See ist kein ökologisches Gewässer“, sagt RWE-Sprecher Guido Steffen. „Er ist das mit Wasser verfüllte Restloch des alten Tagebaus Lucherberg III.“ RWE ist zum ökologischen Ausgleich verpflichtet, beispielsweise um den Wasservögeln eine neue Heimat zu bieten. Diese Maßnahmen laufen im Moment oder sind bereits abgeschlossen.

Inde ist gewachsen

„Wir haben die Inde zwischen Lamersdorf und Kirchberg ausgeweitet“, sagt Steffen. Der Fluss wurde aus seinem festen Bett befreit und verläuft jetzt in mehr Schleifen, er hat jetzt die Möglichkeit, zu mäandrieren, wie das im Fachjargon heißt. „Früher war der Flussweg der Inde hier rund fünf Kilometer lang. Jetzt sind es zwölf“, verdeutlicht Steffen. Führt sie mehr Wasser, dann tritt die Inde über ihr Ufer und sorgt großflächig für Feuchtbiotope und vorübergehende Flachwasserzonen

Der Blausteinsee bei Eschweiler ist ebenfalls Teil des Kompensationsprogramms für den bald versickernden Lucherberger See. Außerdem haben zwischen Schophoven und Kirchberg die Arbeiten an einer Flachwasserzone mit einer Oberflächengröße von sechs Hektar begonnen, die Wasservögeln eine Heimat bieten soll. Dieses Gewässer soll für den Menschen nicht zugänglich sein. Rein rechtlich nicht, denn es liegt auf RWE-Betriebsgelände. Aus Naturschutzgründen auch nicht, denn die Wasservögel sollen vorerst ungestört sein. Es handelt sich um keine Dauerlösung. Wenn der Indesee beinahe seinen geplanten Wasserstand erreicht, dann verschluckt er die Flachwasserzone.

Schlagartig soll der Lucherberger See laut Steffen nicht „abtauchen“. „Das geht relativ langsam, um die Standsicherheit nicht zu gefährden“, erklärt der RWE-Sprecher. Drei Jahre wenigstens soll das Trockenlegen dauern. Wenn der See dann weg ist, ist vorgesehen, das Loch zumindest mit einer Erdschicht zu bedecken, damit im Umfeld keine Geruchsbelästigung entstehen kann. Auch soll so der Nährboden für eine lokale Mückenplage verhindert werden.

Bevor die Wasserzuleitung aus der Rur abgeriegelt wird, soll es für Angelsportvereine die Möglichkeit geben, den See so weit wie möglich abzufischen.

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