Lied „Pappnaas“ ist der größte lokale Karnevalshit

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Kreis Düren. Noch eine Nachlese zu Karneval: In Köln längst Kult, war auch im Kreis Düren wieder eine „Loss mer Singe“- Kneipentour unterwegs. Vier Veranstaltungen, die allesamt ausverkauft waren, stehen zu Buche.

Für die jeweiligen Wirte gleich doppelt erfreulich: Nicht nur der Bier-Umsatz stimmte. Benjamin Lövenich, Geschäftsführer vom Jülicher Café Liebevoll: „Für uns ist der Loss mer Singe –Abend immer etwas ganz besonderes. Das Publikum ist sehr angenehm. Die Kneipe ist rappelvoll, aber ich brauche trotzdem keinen Türsteher.“

Die Menschen hinter der Loss mer Singe-Initiative im Kreis Düren, das sind Thomas Beys, Maurice Emunds und Lukas Kalisch. Mit weiteren ehrenamtlichen Helfern bereiteten sie die Veranstaltungen vor. Und sind dabei ordentlich ins Diskutieren gekommen. Das Trio berichtet von einer gesunden Streitkultur bei der Liedauswahl im Vorfeld. Schließlich galt es einerseits, die Auswahl der Neuerscheinungen aus über 300 Kölner Karnevalsliedern auf 17 zu reduzieren, andererseits auch die lokalen „Kneipenhits“ aus dem Kreis Düren zu bewerten und einzubauen.

Die Veranstaltungen liefen dann überall nach dem gleichen Schema ab: noch ehe die obligatorische Frage gestellt wird, wer denn zum ersten Mal bei Loss mer singe dabei ist, johlt und schunkelt schon der ganze Saal. Kaum noch zu hören ist im Anschluss dann die Bläck Fööss-CD, die im Hintergrund spielt. Zu „Et es doch immer widder schön, wenn mer alle zesamme sin. Un mer singe all die Leeder, die mer vun Kindheit an schon kennt...“ hängen plötzlich auch Fremde aneinander.

Das ist das Geheimnis der Initiative, die in Köln vor 16 Jahren mit einem Abend in einer einzigen Kneipe begann. Moderator Thomas Beys erklärt es so: „Die Leute kommen her und wollen gemeinsam, ganz ungezwungen den neuen kölschen Liedern lauschen. Und natürlich Mitsingen.“ Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mit Texten als Mitsinghilfe wird die gesamte Vorauswahl geschmettert – von Kasalla („Dausend Levve“) bis zu den Höhnern („Kumm loss mer danze“). Das Publikum bekommt nicht genug und reckt ihre Arme, bis ihr Wahlzettel im Eimer landet. Nicht alleine sein und wirklich mitbestimmen – das hat die kölsche Stimmbildung der politischen voraus.

Und natürlich gibt es auch ein Endergebnis der Kneipentour durch den Kreis Düren. In der Kölner Auswahl setzte sich Brings mit „Jeck Yeah“ hauchdünn gegen Paveiers „Leev Marie“ durch. Auf Platz 3 folgt Cat Ballou mit „Immer immer wieder“. Im Heimatvoting – den Lieder aus dem Kreis Düren – errang „Ne Joode Jung“ Holger Quast den Sieg. Sein Lied „Pappnaas“ kam am besten an. Auf Rang 2 folgten die Bremsklötz mit „Stääneschnuppenaach“ vor DEB mit „Die Mädsche“.

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