Niederzier - Lehrschwimmbecken wird nicht saniert

Radarfallen Bltzen Freisteller

Lehrschwimmbecken wird nicht saniert

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
6387256.jpg
Keine mehr als 550.000 Euro teure Sanierung auf Kosten der Gemeinde: Mit den Stimmen der SPD-Mehrheit hat sich der Gemeinderat gegen den Erhalt des Lehrschwimmbeckens Hambach ausgesprochen. Foto: Abels

Niederzier. Eine Sanierung des Lehrschwimmbeckens Hambach mit Geldern der Gemeinde Niederzier wird es nicht geben. Das ist nach gut zehnmonatiger Diskussion seit Donnerstagabend endgültig. Es sei mit Blick auf die Gesamtverantwortung für die Finanzen der Kommune unverantwortlich, den „wirtschaftlichen Totalschaden“ – im Raum stehen Kosten von weit mehr als 555.000 Euro – zu sanieren, argumentierten die Genossen.

Demgegenüber beharrte die CDU in einer abermals emotional und kontrovers geführten Debatte auf ihrer Position, der „Totalschaden“ sei nur offenkundig geworden, weil das 40 Jahre alte Bad nach einem Belüftungsausfall voreilig geschlossen worden sei. Hätte man diesen Schaden im Januar für rund 8000 Euro saniert, hätte das Becken nicht geschlossen werden müssen und die Gemeinde hätte die Sanierung über einige Jahre strecken können.

Zudem warf die CDU-Fraktionsvorsitzende Gaby Schmitz-Esser der SPD vor, in den vergangenen Jahren nicht genug in den Erhalt des Beckens investiert zu haben. Die von SPD-Sprecher Ortwin Clever angeführten 130.000 Euro seien – wie man jetzt wisse – bei Weitem nicht ausreichend gewesen, um den „wirtschaftlichen Totalschaden“ zu verhindern. Leidtragende seien nun viele Vereine und Gruppierungen, die entweder in andere Kommunen abwandern oder aber Angebote kürzen müssten mit der Folge, Mitglieder zu verlieren.

Schulschwimmen gesichert

Demgegenüber betonte Bürgermeister Hermann Heuser noch einmal, dass nicht nur der Schwimmunterricht aller vier Grundschulen im bereits sanierten Lehrschwimmbecken Huchem-Stammeln sichergestellt sei, sondern mit ein wenig gutem Willen dort auch alle bisherigen Nutzer des Hambacher Bades Schwimmzeiten erhalten könnten.

Mit dem Nein zur Sanierung schloss die SPD auch aus, den erst vor Monatsfrist gegründeten Förderverein „Splash“, der das Bad noch retten will, finanziell bei dieser Herkulesaufgabe zu unterstützen. Die von der CDU angesprochene Drittellösung bei Investitionen in die sportliche Infrastruktur, bei der die Gemeinde den Vereinen bislang stets ein Drittel der Kosten zur Verfügung stellte, komme angesichts der Höhe nicht in Betracht, betonte Clever. Gleichwohl soll der Verein mehr Zeit bekommen, eine Lösung zu erarbeiten. Ursprünglich sollte der Abriss des Bades nur bis zur Ratssitzung im Dezember zurückgestellt werden. Jetzt heißt es: „bis auf Weiteres“.

Gleichzeitig beschloss der Rat, weiter in die Katholische Grundschule Hambach zu investieren, um den Standort zu sichern. Einem Wunsch der Schulleitung und der Elternpflegschaft folgend, soll die unzureichende Betreuungssituation im Containeranbau verbessert werden. Alternativ sollen in der bisherigen Schwimmhalle oder in der Pausenhalle zwei zusätzliche multifunktionale Räume gebaut werden. Heuser präferiert die Pausenhallen-Lösung.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert