Lebensraum für Fledermäuse auf der Sophienhöhe

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Kümmert sich seit vielen Jahren um die Rekultivierung auf der Sophienhöhe: Revierförster Günter Rosenland. Foto: Abels

Kreis Düren. In den Rekultivierungsgebieten im Rheinischen Braunkohlenrevier haben die Biologen von RWE Power mittlerweile mehr als 3500 Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen. Allein in den letzten fünf Jahren wurden von den Experten rund 300 neue Pflanzenarten erfasst.

Viele von ihnen zählen zu den gefährdeten Arten der Roten Liste. Dies sind Ergebnisse neuester Untersuchungen, die der Tagebaubetreiber in der Forschungsstelle Rekultivierung in Hackhausen bei Jüchen präsentierte. „Ohne die umfangreichen Artenschutzmaßnahmen und die ökologische Begleitforschung würden wir weder über unsere heutigen Erkenntnisse noch über eine derart lebendige und umfassende Tier- und Pflanzenwelt in der Rekultivierung verfügen”, betont Biologe Ulf-Rainer Dworschak von der Forstwirtschaft und Rekultivierung der RWE Power.

Dworschak spricht von spektakuläre Besonderheiten. Darunter beispielsweise der in der Niederrheinischen Bucht für ausgestorben gehaltene „Gelappte Schildfarn” (Polystichum aculeatum), oder die auf der Roten Liste als unmittelbar vom Aussterben bedroht geführten Arten „Knotige Mastkraut”, „Gottesgnadenkraut”, „Gewöhnliche Andorn” und „Lauch Gamander”.

Auch bei den Orchideen reißt die Reihe der Neu- und Erstnachweise in der Rekultivierung nicht ab. Rund um den Blausteinsee bei Eschweiler wurden gleich zwei für die Rekultivierung neue Arten entdeckt: „Müllers Stendelwurz” (Epipactis muelleri) und die „Weiße Waldhyazinthe” (Platanthera bifolia). Damit erhöht sich die Zahl der Orchideenarten in der Rekultivierung auf 18. Im Waldseengebiet bei Brühl gelang der Nachweis für die in Nordrhein-Westfalen als ausgestorben betrachtete „Zierliche Moorjungfer” (Leucorrhinia caudalis).

Bei den Libellen konnten insgesamt sechs neue Arten erfasst werden - fünf von ihnen stehen auf der Roten Liste. Darunter auch die „Blauflügelige Prachtlibelle” (Calypterix virgo) an der „Neuen Inde”. Damit findet man im Bereich des verlegten Flusslaufes mit der „Gebänderten Prachtlibelle” (Calypterix splendens) nun beide Prachtlibellenarten.

Neue Erkenntnisse gibt es auch bei den Säugetieren: Für das Südrevier wurde nachgewiesen, dass ältere Rekultivierungswälder einen Lebensraum für Fledermäuse darstellen. Insgesamt ist der Nachweis von dreizehn Fledermausarten gelungen, von denen elf erstmals in der Rekultivierung erfasst wurden - darunter stark gefährdete Arten, wie die Große und Kleine Bartfledermaus, oder gefährdete Arten, wie das „Mausohr” und die „Fransenfledermaus”. Diese im Wald lebenden Fledermausarten wurden an neu auf der Sophienhöhe aufgehängten Kästen in den rund 20-jährigen Wäldern gefunden. Und gleich an neun neu aufgehängten Nistkästen auf der Sophienhöhe hat die streng geschützte Haselmaus eine neue Heimat gefunden.

Auch bei den Vogelarten haben die RWO-Biologen eine Vielzahl neuer Erkenntnisse gewonnen, beispielsweise wurden im Bereich des Tagebaus Inden erstmals Blaukehlchen beobachtet. In zwei Diplomarbeiten wurde speziell die „Grauammer” untersucht. Dieser Vogel war früher geradezu eine Charakterart in den Feldlandschaften der Börde. In den letzten Jahren ist der Bestand drastisch zurückgegangen. Für ganz NRW geht man von deutlich unter 300 Brutpaaren aus. Gut 80 Paare der seltenen Art gibt es nach Angaben der RWO-Biologen in den rekultivierten Feldlandschaften.
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