„Lasst uns den Boskoop beim Schopf packen”

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Kreis Düren. Nutzung und Erhalt der Streuobstwiesen sind ein Thema: Über 80 Interessierte aus der Region und Fachleute aus NRW und darüber hinaus folgten der Einladung des Zentrums für Ländliche Entwicklung (ZELE) und der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) in Nideggen, um über das Thema zu diskutieren.

Zu Fördermöglichkeiten, Vermarktung und Naturschutz berichteten die vom Zentrum eingeladenen Fachleute. Aktive aus der Region stellten ihre Arbeit dar. Anschließend gab es einen bislang einzigartigen Austausch zwischen Obstwiesenbesitzern und Interessierten über die Zukunft der Streuobstwiesen der Nordeifel. Die Diskussion wurde während einer Exkursion in Kreuzau-Boich lebhaft fortgeführt.

Streuobstwiesen gehören zu den prägenden Elementen der Kulturlandschaft in der Eifel und sind ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. „Die Eifel-typischen Streuobstwiesengürtel dienen selten gewordenen Tierarten wie dem Steinkauz oder Grünspecht als Lebensraum”, sagte NUA-Leiter Adalbert Niemeyer-Lüllwitz.

Früher stellte die Nutzung der Wiesen einen Teil der bäuerlichen Versorgung im ländlichen Raum sicher, was heute selten geworden ist. Pflege und Ernte sind für viele Besitzer unwirtschaftlich. Förderprogramme sollen Obstwiesenbesitzer unterstützen, alte Bestände durch Pflege und Nachpflanzung zu erhalten. Die Biostationen helfen bei der Antragstellung. Saft und Obstbrand von Streuobstwiesenfrüchten werden bereits unter der Regionalmarke Eifel vermarktet.

Das Wissen um regionale Obstsorten und die Pflege der Hochstammobstbäume ist nahezu verloren gegangen. Die Tradition der Obstbaumwarte in der Eifel, die dieses Wissen weitergeben können, soll fortgesetzt werden. „50 Obstbaumwarte sind frisch ausgebildet als Ansprechpartner vor Ort in den 15 LEADER-Kommunen”, berichtete Ursula Gerke, Leiterin des Projekts Kompetenznetzwerk Streuobstwiesen. „Die Wiederbelebung des Obstbaumwartes ist ein Meilenstein für die Nordeifel.”

Egbert Wilhelm, Leiter Amt für Landschaftspflege und Naturschutz im Kreis Düren: „Das Kompetenznetzwerk ist ein Aktionsbündnis. Wir unterstützen eine endogene Entwicklung aus der Region für die Region”. Udo Zerfowski vom Verein Renette Eifler Obstwiesen schloss: „Hier sind jung und alt zusammengekommen, lasst uns den Boskoop beim Schopf packen und beginnen!”.
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