Kreis Düren - Langzeitarbeitslose schütteln „Vermittlungshemmnisse” ab

Langzeitarbeitslose schütteln „Vermittlungshemmnisse” ab

Von: sj
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Sieben ehemalige Langzeitarbei
Sieben ehemalige Langzeitarbeitslose haben beim DSB wieder eine Perspektive: Landrat Wolfgang Spelthahn und Betriebsleiter Richard Müllejans (von rechts) stellten die „Menschen hinter der Statistik” vor. Foto: Johnen

Kreis Düren. Die Ausgangslage war denkbar ungünstig: Abgebrochene Ausbildungen, Schulden, Drogenkonsum, Vorstrafen und gesundheitliche Probleme.

Was in Amtsstuben „Vermittlungshemmnisse” heißt, bedeutet für den Menschen hinter der Statistik, dass er statistisch betrachtet nahezu chancenlos auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt ist.

Dass es auch anders gehen kann, zeigt das Beispiel von sieben langzeitarbeitslosen Menschen mit „Vermittlungshemmnissen”, die beim Dürener Service Betrieb mit Unterstützung der Job-com des Kreises Düren wieder eine Perspektive haben.

„In anderen Unternehmen hätten sie vor einer verschlossenen Tür gestanden”, unterstreicht Bernhard Stier von der Job-com die Bereitschaft des DSB, sich auf die Menschen einzulassen und ihnen eine Chance zu geben.

In den vergangenen 15 Jahren gab es beim DSB 500 Maßnahmen, rechnet Betriebsleiter Richard Müllejans vor - von der Arbeitsbeschaffung über Sozialstunden bis zu Brückenjobs. „Bei 211 Maßnahmen hatten wir es mit Menschen zu tun, die durch alle Netze gefallen sind”, sagt Müllejans.

64 unbefristete Stellen

135 der Menschen wurden nach Ablauf der einzelnen Projekte für ein Jahr sozialversicherungspflichtig weiterbeschäftigt, 64 hätten bislang unbefristete Stellen bekommen. „Wir geben den Menschen eine Chance. Auch eine zweite. Aber sie müssen sie auch nutzen. Wer nicht arbeiten will, kann direkt zu Hause bleiben”, sagt Richard Müllejans. „Die meisten Menschen haben sich hier selbst disqualifiziert.”

Wer beim DSB an einer Beschäftigungsmaßnahme teilnehme, werde in die regulären Betriebsabläufe eingebunden, sei direkt Teil eines Teams. Schritt für Schritt werde der Arbeitsalltag wieder zum Alltag, erhalte das Leben Struktur, entwickle sich eine Perspektive. Richard Müllejans ist überzeugt: „In dieser Zeit kommen sie wieder mit ihrem Leben zurecht.”

„Menschen brauchen Vorbilder”, würdigt Landrat Wolfgang Spelthahn die Verdienste der sieben Langzeitarbeitslosen, die eine Stelle beim DSB erhalten haben. „Jeder kann sehen, dass er es schaffen kann.” Spelthahn hofft, dass der DSB „nicht alleine als Leuchtturm bleibt”. Das Beispiele zeige, dass es sich lohnt, Menschen eine zweite Chance zu geben.
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