Landwirte fordern Unterstützung vom Staat

Von: Jörg Abels
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Fordern zügige Unterstützung vom Staat: Die Landwirte der Kreisbauernschaft. Foto: Abels

Kreis Düren/Geich. Das Melken seiner Kühe fällt Josef Dahmen schwer. Denn der Landwirt weiß, er macht mit jedem Liter ein Minusgeschäft. Nur noch 21 Cent bekommt er dieser Tage von der Molkerei, während seine Produktionskosten bei 27 bis 28 Cent liegen.

„Aber was soll ich machen. Kurzarbeit ist bei den Tieren nun einmal nicht möglich.” Und der von den Discountern ausgehende Preisverfall geht noch weiter, befürchtet Franz Josef Kügelgen, dass die Milcherzeugerpreise noch einmal um anderthalb bis zwei Cent zurückgehen werden. „Der Lebensmitteleinzelhandel mutiert damit zum Krisen-Gewinnler auf Kosten der Landwirtschaft”, ärgert sich der Kreislandwirt.

Geld, das in der Milchkasse fehlt

Im Vergleich zum Vorjahr fehlen Franz-Josef Dahmen schon jetzt monatlich rund 2500 Euro in der „Milchkasse”. Ein Verlust, der auch in einem Mischbetrieb kaum mehr durch andere Erzeugnisse aufgefangen werden kann. Denn auch der Getreidepreis hat sich seit den Höchstständen im letzten Jahr halbiert, bei anhaltenmd hohen Kosten für Düngemittel und Kraftstoff.

Mit dem Gedanken, die Milch in den Abfluss zu schütten, um das Angebot künstlich zu verknappen und den Preisverfall zu stoppen, hält Kügelgen überhaupt nichts. „Mit widerstrebt es, fertige Lebensmittel zu vernichten.”

Nein, der Kreislandwirt nimmt die Verbraucher in die Pflicht. Und den Staat. Er fordert mit seinen Kollegen eine klare Kennzeichnung und Überprüfung sogenannter Substitute wie Analog-Käse auf vielen Pizzen.

„Milchprodukte müssen aus Milch bestehen”, spricht der Kreislandwirt von einer Täuschung des Verbrauchers, die den Bauern dringend benötigte Verwertungskanäle verbaut.

Und in puncto Imitate denkt er dabei auch an die wenigen übergebliebenen Schweinefleischproduzenten im Kreis, die infolge der weltweiten Krisenstimmung schon jetzt mit einem erheblichen Nachfragerückgang zu kämpfen hätten.

Um die Produktionskosten zu senken, fordert Jochen Reinartz aus Echtz die Bundesregierung zudem auf, die in der BSE-Krise verbotene Verfütterung tierischer Fette wieder zu erlauben. Überall in Europa sei dies wieder erlaubt, nur in Deutschland nicht.

Und die Landwirte gehen noch weiter: Sie fordern wie in anderen Branchen auch ein Entlastungs- und Ankurbelungsprogramm. Vor allem die hohe Besteuerung des Agardiesels ist ihnen ein Dorn im Auge.

Während in Frankreich beispielsweise nur ein Cent je Liter erhoben wird, werden in Deutschland 40 Cent fällig. „Angesichts der wirtschaftlichen Situation in den Betreiben können wir diese Benachteilung nicht mehr länger hinnehmen.”
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