Lage bei Milchbauern auch im Kreis angespannt

Von: bugi
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Kreislandwirt Erich Gussen beteiligte sich wie diese Bauern mit sechs weiteren Kollegen aus dem Kreis Düren an den Protesten in Brüssel. Foto: dpa

Kreis Düren. Was lustig klingt, ist ernst gemeint: „Man kann nicht von heute auf morgen die Kuh abdrehen“, sagt Erich Gussen, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Gussen, der am Montag mit sechs weiteren Bauern aus dem Kreis Düren an der Demonstration in Brüssel teilgenommen hat, spricht sich deutlich für Soforthilfen für Milchbauern aus und gegen Mengenkürzungen.

„Eine Quote verhindert kein Absinken der Preise, wie der Preisverfall 2009 gezeigt hat“, betont Gussen, der die Lage auch in den verbliebenen rund 100 Betrieben der Milchwirtschaft im Kreis Düren als „finanziell sehr angespannt“ umschreibt. Eine Anpassung der Produktionsmengen benötige Zeit, dementsprechend sei neben den Soforthilfen eine Exportoffensive erforderlich.

Die Wirtschaftskrise in China verhagele derzeit ebenso das Geschäft, wie das „unüberlegt Russlandembargo“. Gussen: „Um die Liquidität in den Betrieben zu erhalten, müssen wir den Export fördern, zum Beispiel Zollhemmnisse abbauen. Wenn die Kanzlerin irgendwo mit Wirtschaftsvertretern hinfliegt, ist immer jemand von der deutschen Automobilindustrie dabei. Warum kann da nicht auch mal ein Vertreter der deutschen Landwirtschaft mit?“

Dass die Preise für Milch in absehbarer Zukunft wieder ansteigen, sieht Gussen derzeit nicht. Er würde es fast schon für einen Erfolg halten, wenn die Preise nicht weiter abstürzen würden: „Im Lebensmitteleinzelhandel gibt es eine große Konzentration.“ Da sei die nächste Preisspirale nach unten fast schon vorprogrammiert. Und was kann der Kunde tun? Gussen: „Entscheiden Sie sich nicht für das billigste Produkt, sondern kaufen Sie regionale Produkte, achten Sie auf regionale Marken. Damit wäre den Landwirten aus der Region schon viel geholfen.“

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