Kreuz und Glocke erinnern an das alte Pier

Von: Antonius Wolters
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Indens stellvertretender Bürg
Indens stellvertretender Bürgermeister Herbert Schlächter gehört zur Anliegergemeinschaft, die an der Waagmühle die Erinnerungsstätte an Pier - hier im Modell - errichten möchte. Foto: Wolters

Inden. Viele Häuser mögen noch als unbelebte Hüllen stehen, doch Pier ist dem Tode geweiht, der Stück für Stück das Dorf erobert. Die Pfarrkirche „Zur unbefleckten Empfängnis” hat am 24. Februar ihr tönendes Herz in Gestalt von vier Glocken verloren, die nun den ehemaligen Bewohnern folgen.

Bereits 2008 war der alte Kirchenvorstand dem Vorschlag von Gerd Breuer gefolgt, das in den 1950er Jahren gegossene Glocken-Quartett aufzuteilen. Die Josefsglocke sollte in den Umsiedlungsstandort nach Neu-Pier gehen, die Sebastianus-Glocke war für die Schützenbruderschaft bestimmt. Während die Ursula-Glocke Richtung Schophoven reisen und in die Viehövener Kapelle eingebaut werden sollte, war der Zentralort Inden/Altdorf als Standort für die Marienglocke vorgesehen.

Würdiger Platz an der Waagmühle

Nachdem der Pfarrgemeinderat von St. Martin Jüngersdorf und die dortige Kapellengemeinde keinen Anspruch auf auf den über 500 Kilogramm schweren Klangkörper erhoben hatten, machte sich die Anliegergemeinschaft an der Waagmühle daran, einen würdigen Platz für Glocke samt zugehöriger Erinnerungsstätte zu finden. Das war nicht schwierig, denn der Standort für das alte Pierer Holzkreuz an der Pierer Straße (!) existiert bereits und ist mit einer Grünzone hervorragend geeignet.

Mit der Architektin Dagmar Leonards bestand außerdem Kontakt zu einer Gestalterin, die den Entwurf für die Erinnerungsstätte mit Glocke und drei Stelen erstellte. Das entsprechende Modell steht derzeit im Indener Ratssaal, wo sich auch bereits der Gemeinderat mit dem Vorhaben beschäftigte und seine Zustimmung gab, das Grundstück zur Verfügung zu stellen. Das fiel den Ratsvertretern insofern leicht, als die Umsetzung der Planung auf Kosten und mit erheblicher Eigenleistung der Anliegergemeinschaft erfolgt, die auch die Zustimmung von Hans-Wilhelm Mäuser einholte, dessen Wohnhaus an das Grundstück grenzt.

Drei Stelen

Nach Auskunft von Herbert Schlächter, der zur siebenköpfigen Arbeitsgruppe der Anlieger gehört, soll bereits im August mit den Arbeiten begonnen werden. Die drei Stelen mit unterschiedlichen Höhen werden aufgemauert. Dazu soll Material aus Pier verwendet werden. Die Glocke „Maria ohne Erbsünde empfangen, bitte für uns” wird auf vier Sandsteinblöcke platziert, damit ihre Inschrift auf Augenhöhe liegt und leichter gelesen werden kann.
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