Kreiswahlprogramm: Klare Kante, aber auch Lösungsvorschläge

Von: Jörg Abels
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Kreis Düren. „Anpacken für den Kreis Düren” hat SPD-Landratskandidat Jens Bröker sein Wahlprogramm überschrieben - ein Kompass, der „die Richtung aufzeigt, die ich als Landrat einschlagen will”.

Die Überlegungen, die zum Teil Ergebnis der jüngsten Veranstaltungsreihe „Politik im Dialog” auch mit externen Experten sind, wurden am Donnerstagabend einstimmig vom Unterbezirksparteitag abgesegnet, auch wenn im Haus der Stadt in Düren verhaltene Kritik an einer etwas zu kurz gekommenen Kampfansage in Richtung des politischen Gegners aufkeimte. „Wenn uns die vorgezogene Bürgermeisterwahl bei uns in Aldenhoven eines gezeigt hat”, betonte der dortige SPD-Fraktionsvorsitzende Udo Wassenhoven, „dann dass der Bürger von uns klare Aussagen erwartet und klare Kante gegen den politischen Gegner.”

Eine Kritik, die Jens Bröker nicht kommentarlos hinnahm: „Klare Kante ist wichtig, aber man muss auch sagen, was man will und Lösungen aufzeigen”, konterte der 48-Jährige, der zum zweiten Mal nach 2004 gegen Wolfgang Spelthahn (CDU) antritt und den Delegierten versprach, bis zum 30. August mit aller Kraft für das Amt zu kämpfen, mit fairen Mitteln und Sachargumenten, die freilich auch die Arbeit des Kontrahenten tangieren können.

Zwei Beispiele: „Was nutzt mir das schönste Konzerterlebnis, wenn mein Arbeitsplatz in Gefahr ist, oder die Kunden in meinem Geschäft ausbleiben? Was nutzt mir die große Geste des Dankeschöns an Mütter und Väter, wenn die Kinderbetreuung zu teuer ist, oder ihr Umfang nicht ausreicht?”, drückte Bröker aus, was der Kreisvorsitzende Dietmar Nietan in einem Seitenhieb auf Landrat Spelthahn als „Selbstinszenierung auf Kosten des Steuerzahlers” angriff.

Nachfolgend einige Kernaussagen aus dem 16-seitigen Programm, dass den Genossen bei den nun anstehenden Gesprächen mit den Bürgern eine Argumentationshilfe sein soll.

Strukturpolitisch will Bröker als Landrat ein Regionalmanagement einrichten, dass sich ausschließlich um die Belange der Bergbaufolgen kümmert und die Entwicklungsmöglichkeiten in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung nachhaltig verfolgt.

Im ÖPNV setzt sich Bröker für eine Anpassung des Nahverkehrskonzeptes aus, fordert neben einem Sozialticket eines für Familien, aber auch für alle Schüler im Kreis und legt einen weiteren Schwerpunkt auf die Mobilität der Senioren.

Finanzpolitisch verspricht er den Kommunen im Kreis eine „größtmögliche Entlastung” und eine Konzentration der Kreises auf seine Kernaufgaben.

In der Jugendpolitik will Bröker mit einem zur modernen Dienstleistungsagentur umgebauten Jugendamt und einem Netzwerk für Familien mehr Geld in die Erziehung und Bildung des Nachwuchses investieren, beispielsweise in die Arbeit der Familienzentren und bei der Sprachförderung in Kindergärten. „Hier wäre Sponsoring sinnvoller, als bei prestigeträchtigen und teuren Kulturevents.”

Um eine bestmögliche Bildung im Kreis zu ermöglichen will sich Bröker in Kooperation mit den Kommunen für eine gemeinsame Schul-Entwicklungsplanung einsetzen, um in allen Kommunen weiterführende Schulen installieren zu können.

Arbeitsmarktpolitisch will Bröker als Landrat die Wirtschaftsförderung zur „Chefsache” erklären, alle Kräfte zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen bündeln und Investitionen, die Arbeit schaffen, vorziehen, beispielsweise mit Mitteln, die durch den dringend notwendigen Verkauf von Immobilien wie dem Freizeitbad Kreuzau frei werden. Und er spricht sich für einen Beitritt des Kreises Düren zur Städteregion Aachen aus.

Arbeitsförderung weiter stärken, Beratung optimieren und Teilhabe sichern, lauten Brökers Ziele in der Sozialpolitik. Dazu will er ein Kompetenznetzwerk entwickeln und eine durchschaubare, bedarfsgerechte und qualifizierte Hilfestruktur aufbauen.
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