Kreisbewohner sind Gesundheitsmuffel

Von: cht
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In der Regionaldirektion Düren-Jülich der AOK stellten (v.l.) Michael Kersgens, Barbara Feykens und Waldemar Radtke den Gesundheitsreport 2013 vor. Foto: Christrina Hustedt

Kreis Düren. Die Menschen im Kreis sind Vorsorgemuffel. Zu diesem Ergebnis kommt die AOK Regionaldirektion Düren-Jülich in ihrem Gesundheitsreport. So nahmen statistisch betrachtet im zweiten Halbjahr 2011 und ersten Halbjahr 2012 nur 45,8 Prozent der Frauen zwischen 20 und 64 Jahren in der Region an Früherkennungsuntersuchungen zum Brust- oder Gebärmutterhalskrebs teil, bezogen auf 100.000 Versicherte.

Für die AOK Rheinland/Hamburg sind die Zahlen überaus bedenklich. Noch alarmierender stellen sich die Zahlen bei der Krebsfrüherkennung bei Männern dar. So ließen sich lediglich 17,9 Prozent der Männer zwischen 45 und 64 Jahren im Raum Düren und Jülich zum Beispiel auf Prostatakrebs untersuchen. Damit liegt die Region sogar noch über dem Rheinland-Durchschnitt von 16,9 Prozent. Als geradezu „erschreckendes Kapitel“ bezeichnete Regionaldirektor Waldemar Radtke die Zahlen der Darmkrebsvorsorge. Von 12.000 kostenübernahmeberechtigten Versicherten im Kreis zwischen 55 und 64 Jahren nahmen in den vergangenen drei Jahren 626 diese Vorsorgeuntersuchung wahr. Das sind fünf Prozent.

Immer weniger Untersuchungen

Auch bei den so genannten „U“-Untersuchungen im Baby- und Kindesalter bis in die Jugend könnten die Zahlen besser sein. Bis zur U9 im Jahr vor der Einschulung gehen Eltern mit ihren Kindern noch häufig zu den Untersuchungsterminen: Da sind es noch um die 90 Prozent im Kreis Düren-Jülich. Im Jahr 2011 gingen lediglich noch 201 der 738 Kinder zur U10 für Kinder im Grundschulalter. Damit ist der Kreis im Rheinland Schlusslicht. Ähnlich unerfreulich stellt sich für die AOK die Inanspruchnahme von zahnmedizinischen Untersuchungen bei Kindern zwischen drei und fünf Jahren dar. Zwar lag der Kreis mit 28,35 Prozent im rheinischen Mittelfeld, aber dass nicht einmal ein Drittel der Kleinkinder diese Besuche absolvieren, sei nicht genug.

Und auch beim Impfstatus ihrer Kinder tun sich die Eltern in der Region nicht sonderlich gut hervor. Lediglich 86,8 Prozent der 2008 Geborenen hätten einen kompletten doppelten Impfschutz gegen Masern und Röteln, 3,8 Prozent überhaupt keinen Schutz gegen diese Krankheiten.Trauriges Schlusslicht ist der Kreis Düren-Jülich bei der Grundimmunisierung gegen Diphtherie und Tetanus bei den Kindern mit 87,1 Prozent.

Thema Alkoholvergiftung: Im Kreis Düren waren es 2012 statistisch pro 100.000 Versicherte zwischen zehn und 18 Jahren 407. Damit liegt die Region über dem regionalen Mittel von 321. Und schließlich waren im vergangenen Jahr die Arbeitnehmer im Kreis durchschnittliche 5,74 Prozent ihrer Arbeitszeit krank geschrieben, damit befindet sich die Region im oberen Drittel der Arbeitsunfähigkeitszeiten.

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