Kreis Düren: SPD fordert eine Offensive im Wohnungsbau

Von: Stephan Johnen
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Der Wohnungsbau soll in Schwung kommen, fordert die SPD. Foto: stock/imagebroker/grassegger
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Dietmar Nietan (SPD), Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) und Josef Johann Schmitz (SPD, von links) stellten erste Überlegungen vor. Foto: Johnen

Kreis Düren. Die SPD fordert eine Wohnungsbau-Offensive im Kreis Düren. „Es werden dringend bezahlbare Wohnungen benötigt, um Familien, Alleinerziehende, Rentner, Geringverdienende, Studenten und Flüchtlinge angemessen unterbringen zu können“, bilanziert der SPD-Kreisparteivorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan.

Der Bau von preisgünstigen Wohnungen sowie der soziale Wohnungsbau seien in den vergangenen Jahren „fast zum Erliegen“ gekommen. Das werde nun angesichts der vielen Flüchtlinge, die wie andere Menschen auf Wohnungssuche sind, offenkundig.

Um „alle Kräfte zu bündeln“, soll der Kreis Düren in einem ersten Schritt alle Kommunen, die Politik, Wohnungsbaugenossenschaften, Wirtschaftsfördergesellschaften und sonstige Akteure miteinander ins Gespräch bringen. Ziel sei es, die Möglichkeiten eines gemeinsamen Handelns auszuloten, betont SPD-Fraktionschef Josef Johann Schmitz. Die Herkulesaufgabe sei „am Besten im Team zu lösen“, sagt er.

Auch mit Blick auf die Positionierung des Kreises zwischen den Großstädten Aachen und Köln und die Gestaltung der Tagebaunachfolgelandschaft sei eine abgestimmte Städtebaupolitik sinnvoll. „Wenn alle mitmachen, profitieren alle“, ist Dietmar Nietan überzeugt.

Analog zu den Überlegungen in Berlin, wie der Wohnungsbau gefördert werden kann, schwebt der SPD eine Art „lokales Bündnis“ vor, bei dem über die Kommunalgrenzen hinaus gedacht und geplant wird.

Im November habe die SPD das Thema auf einem Parteitag diskutiert, die Fraktion im Kreistag hat nun einen Antrag formuliert, mit dem die Kreisverwaltung beauftragt wird, „Grundlagen für die Schaffung von sozialem Wohnraum“ im Kreisgebiet zu untersuchen.

„Wir wollen auch untersuchen, welche Möglichkeiten und Flächen es gibt, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte, wie Fördermittel beantragt und private Investoren gewonnen werden können“, sagt Schmitz. Die Rolle des Kreises sei es zunächst, die Akteure zusammenzuführen.

Denkbar sei, dass die Kreisverwaltung später bei der Planung hilft, Fördermöglichkeiten für Projekte auslotet und die Anträge stellt. „Gerade kleineren Kommunen könnte dies bei Projekten helfen“, findet Schmitz.

„Ich bin überzeugt, dass diese Idee einer Wohnungsbau-Offensive auf einen breiten politischen Konsens stößt“, begrüßt Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) die Initiative der Sozialdemokraten. Aufgrund der Flüchtlingssituation rechne die Landesregierung damit, dass im Kreis Düren bis zu 2500 zusätzliche Wohnungen benötigt werden.

„Hinzu kommt die glückliche Tatsache, dass wir von einem Zuzug aus großen Nachbarstädten profitieren“, sagt Spelthahn. Wohnraum in den Ballungszentren sei knapp und teuer, an der Rur hingegen noch erschwinglich.

Spelthahn spricht von „modernem Siedlungsbau“, der bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen ermögliche und Flüchtlinge ebenso integriere wie sozial schwächere Mieter und der schon bei der Planung grenzübergreifend Aspekte wie (Nah-)Verkehrsanbindung, Kita-Versorgung und Nahversorgung berücksichtige.

„Städtebauliche Kooperationen werden zu einem immer wichtigeren Faktor der Strukturentwicklung“, ist Nietan überzeugt. Für die Kommunen sei es nicht nur mit Blick auf Fördermittel eine Chance, sich abgestimmt als „Pufferzone“ zwischen Köln, Bonn, Düsseldorf und Aachen zu präsentieren. Denkbar seien zudem Siedlungen entlang der S-Bahn, die für Familien ebenso interessant sein können wie für Studenten.

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