Krebserregend? Kreis Düren lässt Kunstrasenplätze prüfen

Von: Anne Wildermann
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Ist das auf Kunstrasenplätzen verwendete Granulat gesundheitsgefährdend? Foto: imago/Zink

Kreis Düren. Möglicherweise ist das Granulat auf Kunstrasenplätzen krebserregend. Wegen dieser Meldung aus den Niederlanden, wo jetzt Fußballfelder untersucht werden, sind auch die Behörden im Kreis Düren aktiv geworden.

Dirk Keimes vom Sportamt der Stadt Düren will auf Nummer sicher gehen und hat ein unabhängiges Ingenieurbüro aus der Region beauftrag, Proben von allen sechs Kunstrasenplätzen der Stadt zu nehmen. „Wir gehen davon aus, dass die Werte der Granulate nicht überschritten wurden, aber wir wollen kein Risiko eingehen“, sagt er auf Anfrage unserer Zeitung. Die Kosten dafür trägt die Stadt.

Die Firmen haben laut Keimes auf die Anfrage der Stadt „umgehend reagiert“. Zu den Firmen zählen Polytan aus Bayern, Tartemann aus Recklinghausen und Heiler aus Bielefeld.

Dieter Tartemann bezieht seine Produkte von dem Dorstener Unternehmen Genan seit zehn Jahren. „Ich habe nie etwas von Beschwerden mitbekommen“, betont er. Tartemann hat die Kunstrasen für die Fußballvereine Sportfreunde Düren und Viktoria Birkesdorf verlegt. Beide Plätze entstanden im Oktober 2015.

Ohne gültige Zertifikate und vorhergegange Prüfungen im Labor würde Tartemann die Materialien nicht abnehmen. „Würde ich feststellen, dass bei der Verarbeitung der Gummireifen etwas nicht stimmt, würde ich das Granulat nicht verbauen.“

Skepsis beim BC Oberzier

In Kreuzau gibt es nur einen Kunstrasen. Der befindet sich in Winden und wurde vor drei Jahren angelegt. Bauherr ist der Verein für Volks- und Jugendspiele Winden (VfVuJ). „Wir wollen uns jetzt die Zertifikate vorlegen lassen. Schließlich haben wir als Gemeinde auch ein Interesse daran, dass das Granulat unbedenklich ist“, sagt Kreuzaus Bürgermeister Ingo Eßer (CDU). Hersteller ist auch in diesem Fall Polytan. Doch zur Zeit sieht Eßer „keine Veranlassung, Proben zu nehmen“.

Thomas Klein, Geschäftsführer des BC Oberzier, fragt sich allerdings schon, woher die Altreifen stammen, die für den Kunstrasenplatz in Oberzier geschreddert wurden. Die Unterlagen zu der Kunstrasenanlage (2007) hat allerdings die Gemeinde Niederzier, denn sie ist Bauherr. „Auch wenn die Firma Polytan in den Medien betont, dass keine Werte überschritten wurden, bin ich skeptisch. Vielleicht kommt das Gummi doch aus China oder Ost-Europa“, sagt Klein.

Die zwei Heimspiele, die an diesem Wochenende stattfinden, werden aber nicht abgesagt. Dirk Lauterbach, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Niederzier, will eine schriftliche Stellungnahme von Polytan einfordern. „Im Zweifel werden wir das Granulat untersuchen lassen, um einfach auf Nummer Sicher zu gehen“, kündigt er an.

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