Kreis Düren - Klimaschutzplan: Die heimischen Ressourcen sinnvoll nutzen

Klimaschutzplan: Die heimischen Ressourcen sinnvoll nutzen

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
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Fordert viele kleine Schritte: Walter Jordans. Foto: bugi

Kreis Düren. Auf dem Papier existiert er schon: der Klimaschutzplan für den Kreis Düren. Auch ein Klimaschutzmanager soll eingestellt werden. Er könnte im Kleinen versuchen zu fördern, was im Großen Staatschefs derzeit in Paris beim Klimaschutzgipfel versuchen: einen Beitrag dazu zu leisten, dass die globale Erderwärmung maximal um zwei Grad steigt.

Muss man dazu immer wieder das Rad neu erfinden?

Walter Jordans von der BUND-Ortsgruppe Kreis Düren meint Nein: „Wir machen in Kreis und Stadt zu wenig nach, was andere längst vorgemacht haben“, argumentiert er. Nachmachen. Überhaupt etwas machen. Und nicht erst 20 Jahre später als andere.

„Als wir vor 25 Jahren Fotovoltaikanlagen auf Schuldächer setzen wollten, habe ich noch erboste Anrufe bekommen“, erinnert sich Jordans, der immer wieder eine gewisse „Trägheit im Denken“ feststellt, wenn es darum geht, eher eine Vorreiterrolle bei Klimaschutzprojekten einzunehmen. Dass der BUND-Mitstreiter für den Verzicht auf Atomstrom und Kohle steht, dürfte wenig verwundern.

„Wir müssen einfach heimische Ressourcen sinnvoll nutzen“, sagt er, und zählt die Alternativen auf: Fotovoltaik, Wind, Nahwärme, Biomasse. Gerade das Engagement bei Windenergie und Solarstrom ist für Jordans ein sicheres und vor allem eines der wenigen positiven Anzeichen dafür, was Bürger bewegen können.

„Das ist zu 80 Prozent von den Bürgern forciert worden, zumeist gegen die Energieversorger. Und die garantierte Einspeisevergütung hat dann dazu geführt, dass man sich auch getraut hat, in diese Technologie zu investieren.“

Jordans hat das in Langerwehe auch gemacht und kann seinen Energiebedarf zu 80 Prozent selber organisieren, wie er sagt. Und die Braunkohle? „Wir haben nicht das Recht eine Technologie weiterzuführen, wenn es CO2-freie Alternativen gibt“, sagt er klar.

Jordans ist sowieso eher der Verfechter von vielen kleinen Schritten, die in die richtige Richtung weisen sollen: „Es geht nicht um die großen Vorzeigeprojekte, mit denen man sich noch vorgaukelt, man könnte damit das Klima retten“, sagt er.

Die kleinen Schritte seien es, die vielversprechend umgesetzt werden müssten und dann auch Arbeitsplätze sichern oder schaffen könnten. „Da, wo Wärme benötigt wird, müsste RWE mit Kleinkraftwerken hin. Es ist doch absurd, dass ein großer Energieversorger nicht auf die Idee kommt, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen für Privathäuser anzubieten“, ereifert er sich.

Vernünftige Contracting-Angebote müssten her. Damit könnte RWE einen Markt erschließen und Arbeitsplätze sichern, glaubt Jordans. Und hofft weiter: „Wir sind mit vielen solcher Vorschläge im Land der Kohle immer wieder abgeprallt.“ Das könnte sich ja ändern, wenn RWE neue Geschäftsmodelle finden muss.

Das, was Jordans für Unternehmen propagiert – heimische Ressourcen sinnvoll zu nutzen – formuliert er kaum anders auch für jeden einzelnen Verbraucher. „Natürlich kann man nicht in allen Bereichen zum Fachmann werden, aber wenn man zum Beispiel die Grundregel beherzigt, möglichst regional einzukaufen, kann man nicht viel falsch machen“, gibt er einen Tipp.

Selbst der Standard-Antwort auf die Frage, was man denn selbst tun könne, kann er etwas Positives abgewinnen. Einfach mal mit dem Fahrrad statt dem Auto die Brötchen holen fahren? Na klar, sagt Jordans. „Überlegen Sie doch mal, wie viele jeden Monat ihre Beiträge für die Muckibude bezahlen. Die könnten mehr Zeit investieren, um ihren Körper fit zu halten, statt jeden Weg mit dem Auto zu fahren. Es kann auch Spaß machen, die Brötchen mit dem Fahrrad zu holen.“

Rettet das das Klima? Nein. Natürlich nicht. Es ist aber einer der kleinen von ganz vielen notwendigen Schritten, zu denen Umweltschützer wie Walter Jordans ihre Mitmenschen bewegen wollen. Besser heute als morgen.

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