Kreis Düren - Kirmesbranche in der Krise

Kirmesbranche in der Krise

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Fordert ein Umdenken der Politik: VRS-Chef Bert Cremer. Foto: Abels

Kreis Düren. Sie bereiten Tausenden auf Volksfesten, Kirmessen, Stadtfesten oder Weihnachtsmärkten schöne Stunden. Doch den Schaustellern geht es schlecht. „Und das liegt nicht an rückläufigen Besucherzahlen, sondern an nicht mehr bezahlbaren Rahmenbedingungen”, betont Bert Cremer, Vorsitzender des Verbands Reisender Schausteller Düren mit rund 100 Mitgliedern im Kreisgebiet.

„Dass der einzelne Besucher angesichts der Wirtschaftslage weniger ausgeben kann, ist nur allzu verständlich”, räumt der Karussellbetreiber ein. „Was unser Gewerbe kaputt macht, sind die Belastungen von Außen. Die Kosten für Platzmiete, Werbung, Strom, Wasser, Verwaltung, Löhne, Gema oder TÜV steigen jährlich”, erklärt Cremer.

„Besonders hart war 2008 die Entwicklung bei Energie- und Transportkosten. Und dazu kommen noch hohe steuerliche Abgaben und eine Flut von Versicherungsbeiträgen, Gebühren und Abgaben.” Allein die Beiträge zur Berufsgenossenschaft steigen 2009 um fast 50 Prozent. Längst sind viele Kleinbetriebe in ihrer Existenz bedroht, berichtet Cremer von der Jahrestagung des Deutschen Schaustellerbundes in Berlin.

„Wir wollen keine Subventionen, fordern aber faire Rahmenbedingungen und die Luft zum Atmen.” Es könne nicht sein, dass Freizeiteinrichtungen wie Museen, Bäder oder Theater hohe Zuschüsse erhalten, während ein traditionsreiches Volksfest wie die Annakirmes, die der Stadt auch einen Imagegewinn beschert, Gewinn abwerfen und das Verwaltungspersonal tragen muss.

Neben einem Konjunkturprogramm, das auch das Konsumverhalten wieder ankurbelt, forderten die Schausteller in Berlin deshalb vor allem, die Volksfeste als Kulturgut anzuerkennen. Die Bundesregierung habe bereits Unterstützung signalisiert, berichtet Cremer. Die aber sei auch vor Ort erforderlich.

„Auch die Annakirmes ist ein Kulturgut. Letztlich waren es wir Schausteller, die sie seit Jahrhunderten erhalten und mit unseren Fachwissen und unseren Investitionen zu dem gemacht haben, was sie heute ist.”

Kaum Hoffnung hat Cremer für die vielen kleinen Volksfeste und Schützenfeste in der Region. Er rechnet fest mit einem Konzentrationsprozess, der freilich der Branche weiteren Boden entzieht. „Ohne Stadtfeste oder ähnliche Events könnte schon heute mancher Betrieb nicht mehr überleben.”
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