Kinder sollen sich bald mehr bewegen

Von: Bruno Elberfeld
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Die kölsche Gruppe „Colör“ demonstrierte, dass Kinder sich gerne von Musik „bewegen“ lassen. Foto: bel

Kreis Düren. Die Teilnehmer der Pressekonferenz, zu der Wolfgang Schmitz, Geschäftsführer des Kreissportbundes, und sein Team eingeladen hatten, waren zunächst verblüfft: Denn bevor sie sich im Konferenzaum im ersten Stock des Gebäudes in Lendersdorf niederlassen konnten, mussten sie auf der Treppe und im Flur einen – besonders für die ältere Generation – kniffligen Parcours bewältigen.

Am Ende des Parcours winkte ein von Kindern des AWO-Kindergartens aus Papier gebastelter Anklebe-Button als Mitmach-Zeichen.

„Chapeau!“, meinte der Präsident des Landessportbundes NRW, Walter Schneeloch, und blickte dabei Richtung Wolfgang Schmitz und Veronika Schoenen, welche die Idee hatten, die Presskonferenz zum Projekt „NRW bewegt seine Kinder“ in dieser besonderen Form starten zu lassen. Walter Schneeloch fuhr fort: „Das ist meine allererste bewegte Presskonferenz und ich werde sie als Anregung für die zukünftigen Sportkonferenzen nehmen.“ Das von der Gruppe „Colör“ extra für diesen Anlass getextete Lied „Bewegen, Bewegen bringt Spaß in unser Leben“, werde er dann persönlich auf dem Klavier zum Besten geben.

Die Präsentation des Lieds war dann auch der Höhepunkt der Konferenz: Kinder und die Sängerinnen sangen es gemeinsam und tanzten dabei, während Eltern, Erzieherinnen und die Gäste aus Politik und Vereinen ein klatschendes und wippendes Publikum abgaben. Die Schirmherrschaft des Projekts im Kreis hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Thomas Rachel, übernommen.

In seiner Rede fügte der Politiker noch einmal zusammen, was zusammen gehört. Danach sollten Geist und Körper nicht isoliert, sondern im Bewusstsein ihres unabänderlichen Zusammengehörens gemeinsam gebildet werden. Das Kleinkind sollte schon in der Familie, das Dreijährige im Kindergarten, das Kind in der Schule die Möglichkeiten haben, Körper und Geist zu trainieren, damit sich im Laufe des Lebens ein ganzheitliches Wesen entwickele.

„Bewegung und Sport geben den jungen Menschen ein Selbstwertgefühl“, sagte Rachel. Bei diesem Projekt schaue die Bundesregierung nun auf den Kreis Düren, versprach der Schirmherr. Die gesamte Gesellschaft werde mittel- und langfristig einen beachtlichen Ertrag davon haben.

Die anderen Redner, unter ihnen Bürgermeister Paul Larue, Wolfgang Spelthahn als Vorsitzender des Kreissportbundes und KSB-Geschäftsführer Schmitz, konnten die Ausführungen Rachels weiter ergänzen. „Die Motorik von kleinen Kindern ist leider oft gestört“, beklagte Paul Larue. „Durch dieses Projekt werden die Kinder in Dürener Einrichtungen und in Einrichtungen des Kreises bald beweglicher sein.“ Landrat Wolfgang Spelthahn bedauerte, dass der Sport in Kindergärten und Schulen leider immer noch ein Stiefkind sei. Wenn Stunden ausfielen, seien es häufig ausgerechnet die Sportstunden.

Kitas, die den natürlichen Bewegungsdrang unter Richtlinie Bewegung, Spiel und Sport von zwei- bis sechsjährigen Kindern fördern, werden auf Landesebene zertifiziert. In Stadt und Kreis Düren ist das bereits in etlichen Kitas geschehen. Das Ziel der Verantwortlichen: Alle Kindertageseinrichtungen des Kreises sollen „Anerkannte Bewegungskindergärten“ werden. Die Gemeinden des Kreises Düren haben ihre Zustimmung bereits gegeben. Der Nordkreis ist in diesem Punkt schon recht weit vorgeschritten.

Der Südkreis und die Stadt Düren haben noch Aufholbedarf. Bis Ende 2017 soll das Projekt landesweit die Tausendermarke knacken. „Das Modell Düren ist einzigartig in NRW!“, lobte Walter Schneeloch die Aktion. Schon 77 Einrichtungen im Kreis seien zertifiziert, 78 weitere werden folgen, sagte Veronika Schoenen. Dass Bewegung leichter mit Musik gehe, das habe Colör erfolgreich demonstriert.

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