Keine Hemmungen oder Angst vor der 110

Von: Jörg Abels
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Kripochef Jörg Malejka (r.) und Dietmar Schorn an einem Demo-Fenster, an dem sie die richtige Sicherung erklären. Foto: Abels

Kreis Düren. Unmittelbar vor Beginn der „dunklen Jahreszeit“ versucht die Polizei, noch einmal den Blick für den „Einbruchschutz“ zu schärfen. Zwar ist die Zahl der Einbrüche im Kreis Düren im ersten Halbjahr um acht Prozent auf 428 (erstes Halbjahr 2013: 465) Fälle gesunken und die Aufklärungsquote auf gut 20 Prozent und damit auf den besten Wert seit 2007 gestiegen.

Einen Grund zur Entwarnung aber gibt es dennoch nicht. Immer noch werden der Polizei täglich im Durchschnitt mehr als zwei Einbrüche gemeldet.

„Die wenigsten Täter kommen nachts“, erklärt Kriminalhauptkommissar Dietmar Schorn. „Die meisten Einbrüche erfolgen zwischen 17 und 20 Uhr.“ Deshalb sein Appell: „Am besten ist, wenn das Haus in den Abendstunden aussieht, als wären die Bewohner zu Hause.“ Was Schorn meint: Wenn möglich sollten Rollladen von einer Zeituhr gesteuert herabgelassen werden, und das Licht sollte angehen, auch wenn noch niemand zu Hause ist.

Noch wichtiger aber ist die richtige Sicherung der eigenen vier Wände: „Alle fußläufig erreichbaren Türen und Fenster sollten sein“, erklärt Kriminaldirektor Jörg Malejka. Warum? In mehr als 40 Prozent der Fälle hebeln Einbrecher Fenster oder Terrassentüren auf, nur etwa jeder zehnte setzt an der Eingangstür an.

Wie Türen und Fenster richtig gesichert werden können, erklären Dietmar Schorn und seine Kollegen gerne. „Die Nachrüstung eines Einfamilienhauses mit mechanischen Sicherungen und abschließbaren Griffen kostet etwa 3500 Euro“, betont Schorn. Der Einbau eines sogenannten Panzerriegels an der Eingangstür, die in Mietwohnungen oft die Schwachstelle ist, sei schon für etwa 250 Euro möglich.

Und noch eine zweite Kernbotschaft liegt Jörg Malejka und Dietmar Schorn am Herzen: Keine Hemmungen oder gar Angst vor der 110. „Wir brauchen im Kampf gegen die Einbrecher die Hilfe aus der Bevölkerung“, betont Kripochef Malejka. „Jeder Bürger kann uns unterstützen, indem er verdächtige Beobachtungen meldet.“

Da geht es um den Lieferwagen mit ausländischem Kennzeichen, der vielleicht zum wiederholten Male in einer Straße gesichtet wird, oder einen vermeintlichen Spaziergänger, der immer mal wieder gezielt hinter Hecken schaut, um das eine oder andere Haus auszukundschaften. „Vertrauen Sie auf dabei Ihr Bauchgefühl“, appelliert Malejka. „Lieber ein Anruf zu viel als zu wenig“, ergänzt Schorn.

Denn, und das ist der Polizei sehr wichtig: Jeder Einbruch hat nicht nur finanzielle Folgen, sondern für viele Opfer oft genug auch schwere psychologische. Das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit wird nachhaltig zerstört, wenn Fremde gewaltsam eingedrungen sind und alles durchwühlt haben.

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