Düren/Schmidt - Katzenaids: Vermitteltes Tier war sterbenskrank

Katzenaids: Vermitteltes Tier war sterbenskrank

Von: Anneliese Lauscher
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Diese Katze ist gesund und munter, „Rufus“ war das nicht. Foto: dpa

Düren/Schmidt. Doris Wienen-Sobótka aus Schmidt ist empört: „Ich fühle mich emotional und finanziell hereingelegt, mir fehlen die Worte“, sagt sie. Im Dürener Tierheim hat sie vor drei Wochen einen zwölf Monate alten Kater erstanden, der nun eingeschläfert werden muss. Das Tier war schwer krank. Katzenaids – eine Immunschwächekrankheit, die zum Tod des Tieres führt.

Hermann Josef Heinrichs, zweiter Vorsitzender des Tierschutzvereins im Kreis Düren, hat sich inzwischen entschuldigt.

„Ich bin Katzenfreundin und habe alle meine Tiere aus dem Tierschutz“, berichtet Doris Wienen-Sobótka. Sie machte sich auf den Weg nach Düren und wandte sich vertrauensvoll an das dortige Tierheim. Sie schilderte ihre häusliche Situation, dass sie bereits eine dreijährige Katze habe und einen jüngeren Kater suche, der auch Freigänger sein sollte. Daraufhin wurde ihr ein Kater angeboten, der gut ein Jahr alt ist.

Die erste Kontaktaufnahme verlief von beiden Seiten sehr freundlich, und Doris Wienen-Sobótka entschloss sich, das Tier zu nehmen. „Ist der gesund?“ lautete ihre berechtigte Frage. Ja, der sei gesund, habe sie zur Antwort bekommen. Der Kater war tätowiert und kastriert, sogar gechipt. Ob man eine Blutuntersuchung vorgenommen habe, wollte die Tierfreundin wissen. Nein, das sei im Budget nicht drin, habe die Antwort gelautet.

Doris Wienen-Sobótka unterschrieb einen Vertrag, der ihr ein Rückgaberecht innerhalb von fünf Tagen einräumte, zahlte 95 Euro und nahm den Kater sofort mit nach Hause. Er gewöhnte sich gut ein und wurde dem Tierarzt in Schmidt vorgestellt, als dieser aus seinem Urlaub zurückgekehrt war. Außer einer Auffrischungsimpfung wurde auch ein Bluttest vorgenommen. Das Ergebnis war niederschmetternd: Der Kater wurde positiv auf Katzenaids getestet. Die Katzenfreundin war fassungslos.

Um nicht andere Tiere zu gefährden, fuhr sie mit „Rufus“, so hatte sie den Kater genannt, wieder zum Tierheim und legte dort die Fakten auf den Tisch. Die Reaktion war: „Ja, dann müssen wir ihn einschläfern“, erinnert sie sich. Das fand Doris Wienen-Sobótka unglaublich. Sie warf den Verantwortlichen vor, das Tier nicht getestet zu haben, das wäre ihrer Meinung nach viel wichtiger gewesen als der Chip. „So sind unsere Statuten“, habe sie zur Antwort bekommen. Ihr Fazit: Das Tier sei so nicht vermittelbar gewesen, weil die Krankheit hoch infektiös ist.

„Rufus hat sein Zuhause verloren. Es belastet mich sehr, dass er nun wahrscheinlich ein trauriges, einsames Dasein in einer Quarantänebox fristet, wenn er überhaupt noch lebt“, klagt die Tierfreundin aus Schmidt. Sie findet es unfair und unverantwortlich, dass Tierfreunden ein infiziertes Tier mitgegeben wird. „Dann müssen die Statuten eben geändert werden“, fordert die Schmidter Tierfreundin, „alle Tiere, mit denen Rufus Kontakt hatte, müssen nun getestet werden.“

Nur die Mindestprävention

Die Vorgehensweise im Dürener Tierheim erklärt Hermann Josef Heinrichs so: „Grundsätzlich werden bei uns Tiere nur dann getestet, wenn ein Verdacht vorliegt. Im vorliegenden Fall haben wir erklärt, dass uns das sehr leid tut. Wir haben unsere Pflicht erfüllt, indem wir das Tier zurückgenommen haben und die neue Besitzerin nicht mit weiteren Kosten belasten.“ Die Rückgabequote läge im Tierheim unter fünf Prozent. Heinrichs weiter: „Mit 95 Euro sind die Kosten für die Mindestprävention, die wir vornehmen, nicht abgedeckt. Grundsätzlich muss man sagen: Es gibt keine Garantie für die Gesundheit eines Tieres.“

Vor drei Jahren hatte Doris Wienen-Sobótka schon mal eine Katze geholt. Die war getestet, gechipt, geimpft und entwurmt. Für 80 Euro. Das war allerdings bei der Monschauer „Pfötchenhilfe“.

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