Kartbahn: Titz wünscht Bürgerinformation

Von: hfs
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Gleich neben die Moto-Cross-Strecke an der Sophienhöhe soll die Kartbahn umgesiedelt werden. Foto: Abels

Titz. Der Titzer Fachausschuss hat seine Zustimmung verweigert. Die von RWE Power vorgelegte Planung, die Kartbahn „Erftlandring“ von Kerpen-Manheim an den Fuß der Sophienhöhe umzusiedeln, wurde vom Gremium für Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderung einstimmig abgelehnt.

Die Politiker finden zwar die Idee des Bergbaubetreibers, die am Umsiedlungsstandort benachbarten Gemeinden in die Planungen einzubinden und eine sogenannte Konsensvereinbarung abzuschließen, gut. Sie verweigerten aber die Empfehlung des Beschlusses für den Gemeinderat, der nächste Woche entscheidet. Kritikpunkte: zu wenig Vorabinformation, zu wenige Planungsdetails, zu wenig Transparenz in der Vorgehensweise.

Ob SPD, CDU, W.I.R., Bündnis 90/Grüne oder aber FDP – die Parteien waren sich einig: Die vom Umsiedlungsstandort der Kartbahn betroffenen Bürger der Gemeinde Titz wissen bisher aus der Zeitung, dass sozusagen vor ihrer Haustür künftig eine solche Bahn in Betrieb gehen soll – mit entsprechendem Verkehr, Lärm und Infrastruktur. Der Umsiedlungsstandort liegt zwar auf Flächen, die zur Gemeinde Niederzier gehören, die Einrichtung befindet sich aber in der Nähe von Rödingen, Höllen oder Bettenhoven.

Warum, so fragte zum Beispiel Ausschussmitglied Christian Waldrich (Grüne), habe RWE Power bisher nur mit der Gemeinde Niederzier sowie mit den Bürgermeistern der Kommunen Titz und Elsdorf offiziell das Gespräch gesucht und die Konsensvereinbarung übermittelt?

Nicht unter Zeitdruck abstimmen

Das sei laut Waldrich bereits 2012 geschehen. Jetzt unter Zeitdruck einer solchen Vereinbarung zuzustimmen, lehnte er für seine Fraktion ab. Johannes Vaehsen (SPD) pflichtete dem bei und will zudem wissen, wie der jetzige Standort ausgewählt worden sei, ob weitere Behörden in den Vorgang schon eingebunden waren, und ob RWE Eigentümer des rund 20 Hektar großen Geländes ist.

Robert Holzportz von der CDU beziehungsweise Toni Schulz (W.I.R.) hieben in die selbe Kerbe und hinterfragten eine Aussage der Bezirksregierung: Trotz der vorgesehenen Gebäude müsse der Regionalplan nicht geändert werden. Vor der regen Diskussion hatte sich Marcel Martin von der RWE-Abteilung Liegenschaftsprojekt so geäußert. Schulz: „Es steht doch gar nicht fest, was neben der Kartbahn noch alles hinkommen soll.“

Martin hatte die Umsiedlungsmaßnahme dem Ausschuss vorgestellt und für eine Konsensvereinbarung geworben. „Es ist die Chance, von Anfang an in den Prozess mit eingebunden zu werden.“ Juristisch ist die Gemeinde Titz außen vor, wie Bürgermeister Jürgen Frantzen informiert hatte.

Die Planungshoheit liege bei Niederzier, zu verhindern sei das Projekt am Standort unterhalb der Sophienhöhe neben der Moto-Cross-Strecke nicht. „Durch die Vereinbarung haben wir die Möglichkeit, vielleicht eigene Ideen oder Wünsche mit einzubringen – eine Chance, die wir nutzen sollten“, so der Verwaltungsleiter.

Diese Position vertritt er sicher auch vor dem Hintergrund möglicher Gewerbesteuereinnahmen, an denen alle drei Gemeinden partizipieren sollen.

Robert Holzportz: „Wir sind allerdings der Meinung, dass es nicht in erster Linie Aufgabe des Titzer Bürgermeisters oder der Gemeindevertreter sein kann, Fragen zu Auswirkungen, Notwendigkeit oder der Standortwahl zu beantworten.“ Der CDU-Fraktionschef stellte deshalb den Antrag, dass RWE als auch die Gemeinde Niederzier interessierten Bürgern bei einer Infoveranstaltung zur Kartbahn Rede und Antwort stehen sollen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

Die Konsensvereinbarung wurde bislang lediglich von der Gemeinde Niederzier unterschrieben, die in den nächsten Tagen einen Aufstellungsbeschluss zur Flächennutzungsplanänderung fassen werde, hieß es von RWE-Seite im Ausschuss.

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