Niederzier - Kartbahn: Protest „nicht mehr sachlich zu begründen“

Kartbahn: Protest „nicht mehr sachlich zu begründen“

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Gilt als Befürworter der Kartbahn-Pläne: Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser. Foto: Abels

Niederzier. Der Widerstand gegen die von der Niederzierer Politik ins Auge gefasste Kartbahn-Ansiedlung am Fuß der Sophienhöhe auf dem ehemaligen Bagger-Montageplatz nahe Alt-Lich-Steinstraß ist groß. Redakteur Jörg Abels sprach mit Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser über die Pläne von RWE Power.

Herr Heuser, die Politik in den Gemeinden Titz und Elsdorf hat sich geschlossen gegen eine Kartbahn ausgesprochen, die Konsensvereinbarung ist vom Tisch. Hätten Sie mit so viel Gegenwind gerechnet?

Heuser: Ziel der mit den Verwaltungsspitzen in Titz und Elsdorf inhaltlich abgestimmten Konsensvereinbarung war ausschließlich eine frühzeitige Beteiligung der Nachbarkommunen im Verfahren zur Umsiedlung, Standortbestimmung und Errichtung der Kartbahn. Wie ich meine, aus Sicht der Gemeinde Niederzier und übrigens auch des Bergbautreibenden ein faires Angebot für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, die von allen politischen Akteuren, insbesondere im Rheinischen Braunkohlenrevier, immer wieder gefordert wird. Der jetzt stattfindende „Wettbewerb“ um die stärkste Ablehnung des Vorhabens ist nach meiner Auffassung nicht mehr sachlich zu begründen und der Kommunalwahl am 25. Mai geschuldet.

Die Planungshoheit liegt ja bei der Gemeinde Niederzier. Wie gehen Sie mit dem Widerstand, der sich auch im Internet formiert, um?

Heuser: Es ist nachvollziehbar und legitim, dass sich Menschen bei der geplanten Errichtung einer solchen Sportanlage Sorgen um mögliche negative Auswirkungen auf Umwelt, Natur und Wohnqualität machen. Hierfür habe ich großes Verständnis. Rat und Verwaltung unserer Gemeinde nehmen diese Bedenken sehr ernst. Im derzeitigen, sehr frühen Stadium des Vorhabens geht es darum, einen raumverträglichen Ersatzstandort für die Kartbahn in unserer Region zu finden. Der in Rede stehende in der Altgemarkung Lich-Steinstraß scheint auf Basis erster fachlicher Einschätzungen geeignet, wobei unter Beachtung unserer strengen Umwelt- und Immissionsvorschriften tiefergehende Fachgutachten noch anzustellen und bei der abschließenden Entscheidung zu beachten sind. Die Anbindung an die A 44 und A 61 über die frühere L 12 und die B 55 ist übrigens anbaufrei gegeben, die Entfernung zur nächsten Wohnbebauung beträgt rund zwei Kilometer.

Mittlerweile hat die Bezirksregierung das Projekt als raumbedeutsam eingestuft, so dass der Regionalplan geändert werden muss. Werden Sie mit der darüber hinaus erforderlichen Flächennutzungsplan-Änderung warten, bis der Regionalrat entschieden hat?

Heuser: Der Ball liegt jetzt zunächst bei der Bezirksregierung Köln und beim Regionalrat. Zeichnet sich ab, dass der Regionalrat eine Ansiedlung der WM-tauglichen Sportanlage am diskutierten Standort ablehnt, wird auch die Gemeinde Niederzier kein frühzeitiges Flächennutzungsplanverfahren anstreben. Sollte sich unter Einbeziehung eventueller Alternativen tendenziell in Köln eine positive Entscheidung für einen Standort in unserer Gemeinde andeuten, könnte ich mir vorstellen, dass der Rat in Niederzier vorbehaltlich der Zustimmung im Regionalplan frühzeitig ein Flächennutzungsplanverfahren einleitet.

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