Düren - Junge Muslime aus Düren erzählen, warum sie im Ramadan fasten

Junge Muslime aus Düren erzählen, warum sie im Ramadan fasten

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Ihr Glaube ist Mohriz Cazimi, Sani Abdel, Serhat Sürcücü, Emin Eren, Ilayola Isik und Gülbahar Orge sehr wichtig. Die jungen Muslime fasten auch alle während des Ramadans. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Ilayola Isik (16), Serhat Sürücü (15), Sani Abdel (16), Mohriz Cazimi (16), Emin Eren (12) und Gülbahar Orge (14) haben eins gemeinsam: Religion spielt im Leben der Schüler der Dürener Heinrich-Böll-Gesamtschule eine ziemlich große Rolle, sie gehen regelmäßig in die Moschee. Und Ilayola, Serhat, Sani, Mohriz, Emin und Gülbahar sind heute Morgen alle um kurz vor drei aufgestanden. Freiwillig.

Die Siebt- und Neuntklässler, die allesamt in Düren wohnen, sind Muslime. Noch bis zum 24. Juni ist Ramadan, der Fastenmonat des Islams. Und daran halten sich auch Ilayola, Serhat, Sani, Mohriz, Emin und Gülbahar.

„Für mich“, sagt Ilayola, „ist meine Religion wichtig. Sie gibt meinem Leben Halt und hilft mir, ein aufrechtes Leben zu führen. Und weil Fasten im Islam wichtig ist, faste ich auch.“ Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verzichten Muslime während des Ramadans auf Essen und Trinken – und genau deswegen stehen die Dürener Schüler, deren Familien aus der Türkei, Syrien und Albanien stammen, auch so früh auf. „Es ist wichtig, um drei Uhr morgens zu frühstücken“, erklärt Emin Eren. „Ich habe das einmal nicht gemacht, und dieser Fastentag ist mir unglaublich schwer gefallen.“

Gefrühstückt, erzählen die jungen Muslime, wird mitten in der Nacht ganz normal. „Es gibt Butterbrote“, sagt Emin. „So wie sonst auch.“ Und Serhat ergänzt: „Danach können wir uns dann wieder hinlegen.“ Viel schwerer als einen ganzen Tag auf Essen zu verzichten, ist es, nichts trinken zu dürfen. „Das ist schon sehr hart“, sagt Serhat. „Vor allem, wenn man Sport treiben möchte. Das geht eigentlich kaum.“

Die jungen Muslime haben die Erfahrung gemacht, dass es während des Ramadans auch schwieriger wird, sich auf den Schulstoff und den Unterricht zu konzentrieren. „Wenn wir eine Klassenarbeit schreiben“, sagt Sani, „setze ich einen Tag mit dem Fasten aus. Mir sind gut Noten wichtig, und ich kann einfach besser denken, wenn ich esse und vor allen Dingen auch trinke.“ Auch Ilayola sind gute Noten wichtig, sie versucht trotzdem, das Fasten durchzuhalten. „Es funktioniert auch“, sagt die Schülerin. „Man muss nur ganz schön diszipliniert sein.“

Nach einem Glas Wasser satt

Beim Fastenmonat Ramadan geht es nicht darum, Gewicht zu verlieren. Gülbahar erklärt: „Der Ramadan soll uns helfen zu verstehen, was es heißt, Hunger und Durst zu haben.“ Vielen Menschen auf der Welt, so Gülbahar weiter, gehe es sehr schlecht. „Viel schlechter als uns. In deren Situation versuchen wir uns während des Fastenmonats zu versetzen.“ Manchmal, ergänzt Emin, sei er beim abendlichen Fastenbrechen nach nur einem Glas Wasser schon satt. „Und es gibt Kinder auf der Welt, die noch nicht einmal ein Glas Wasser haben. An die will ich denken.

Und das ist auch der Grund, warum ich faste.“ Die Mitschüler von Ilayola, Serhat, Sani, Mohriz, Emin und Gülbahar reagieren ganz unterschiedlich auf das strenge Fasten. Ilayola: „Viele interessieren sich dafür, manchen ist es aber auch völlig egal. Ich würde mir wünschen, dass sich noch mehr meiner Mitschüler ehrlich mit dem Thema Ramadan auseinandersetzen würden. Einfach, damit sie verstehen, warum wir das mit dem Fasten machen.“

Einig sind sich die Schüler, dass es ein gutes Gefühl ist, das Fasten durchgehalten zu haben. „Man ist schon stolz, wenn man es geschafft hat“, sagt Serhat. Klar, dass die Jugendlichen sich auch auf das Zuckerfest freuen, mit dem der Ramadan endet. „Dieses Fest ist vergleichbar mit Weihnachten bei den Christen“, sagt Sani. „Wir feiern drei Tage lang, besuchen Freunde und Verwandte. Und wir bekommen Geschenke.“

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