Düren - Jülicher Forscher wollen Massenpaniken verhindern

Jülicher Forscher wollen Massenpaniken verhindern

Von: Susanne Wächter
Letzte Aktualisierung:
Loveparade
Tausende Raver drängen sich am 24. Juli 2010 in und vor dem Tunnel in Duisburg, in dem sich eine Massenpanik ereignet hat. Zum zweiten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe von Duisburg hat der Selbsthilfeverein, in dem Hinterbliebene, Verletzte und Traumatisierte organisiert sind, schwere Vorwürfe gegen die Anwälte der Stadt erhoben. Foto: dpa

Düren. Um eine erneute Katastrophe wie bei der Duisburger Loveparade mit Toten und Verletzten zu verhindern, wollen Forscher und Experten aus der Praxis neue Konzepte zur Sicherheit bei Großveranstaltungen erstellen.

Das Vorhaben wird vom Bundesforschungsministerium unterstützt. Der offizielle Startschuss fiel am Samstag in Düren. Dort überreichte der Parlamentarische Staatssekretär des Ministeriums, Thomas Rachel (CDU), einen Bewilligungsbescheid.

An dem Projekt beteiligen sind unter anderem das Forschungszentrum Jülich, die Feuerwehren in Düren und Berlin sowie die Universität Wuppertal. Das Ministerium stellt Fördermittel in Höhe von 5,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist es, einen Handlungsleitfaden für Kommunen und Veranstalter zu erstellen, mit dessen Hilfe Panik auf Großveranstaltungen vermieden werden kann. Bei der Loveparade in Duisburg im Juli 2010 waren durch eine solche Massenpanik 21 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt worden.

Forscher wollen Menschenströme untersuchen

Das neue Projekt mit dem Namen „Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen” (BaSiGo) ist eine Weiterentwicklung des Vorgängerprojekts Hermes, wie Armin Seyfried vom Forschungszentrum Jülich sagte. Dabei waren Fußgängerströme zum Beispiel in Stadien oder bei anderen Großveranstaltungen untersucht worden. Inzwischen wissen die Forscher dadurch, wie sich Menschen in der Masse verhalten. Doch was passiert, wenn Störfälle den Fußgängerstrom unterbrechen, ein Stau oder extremer Gegenverkehr entsteht, liegt noch weitgehend im Dunkeln. Das nun gestartete und auf drei Jahre angelegte Projekt soll dies ändern.

Einfließen werden Erfahrungen der Feuerwehren in Düren und Berlin sowie der Polizeischule und anderer Akteure, zu denen auch Sicherheitsfirmen zählen. Zur Erforschung stehen unter anderem der Hochleistungscomputer „Jugene”, einer der schnellsten weltweit, zur Verfügung. „Darauf kann man Menschenströme simulieren und alle möglichen Szenarien durchspielen”, sagte Seyfried.

Im Frühjahr kommenden Jahres folgen praktische Übungen in den Messehallen Düsseldorf. „Dort werden wir mit ungefähr 1.000 Testpersonen verschiedene Szenarien durchspielen”, kündigte der Forscher an. Diese müssten dann durch enge Korridore laufen, Engpässe bewältigen und Hindernissen ausweichen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert