Johannes Veith: „Ich meine, mit 75 Jahren wäre es genug”

Von: ch
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Jetzt hat er es schriftlich: Der langjährige Kreisvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Johannes Veith (hier mit der Bezirksvorsitzenden Beate Ruland), wurde bei der Delegiertenkonferenz im Hermann-Koch-Seniorenzentrum zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Foto: Hahn

Kreis Düren. Als Fraktionsvorsitzender und Mandatsträger hat Johannes Veith lange Jahre im Dürener Rathaus den Ton mit angegeben. Doch nicht nur das: Als Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (Awo) setzte der Sozialdemokrat aus dem Dürener Stadtteil Rölsdorf seit geraumer Zeit Akzente - besonders in der Kinder- und Jugendarbeit.

Aus der Kommunalpolitik hat sich der kantige Mann, der (fast) nichts mehr liebt als deutlich zugespitzte Worte, schon 2009 weitgehend zurückgezogen. Jetzt sagte der 75-Jährige auch der Awo „Lebewohl”: Bei der Kreisdelegiertenkonferenz im Dürener Hermann-Koch-Seniorenzentrum wählten die rund 60 Stimmberechtigten den 64 Jahre alten Beamten Karl Schwarz aus Aldenhoven-Siersdorf zu Veiths Nachfolger.

Ohne rhetorischen Zierrat nannte der abtretende Vorsitzende seine Motive beim Namen: „Ich meine, mit 75 Jahren wäre es genug.” Aber Johannes Veith wäre nicht er selbst, hätte er nicht ein gehöriges Quäntchen Ironie in seine Worte gemischt: „Ehe ich mich abwählen lasse, gehe ich lieber freiwillig.” Sprachs und ließ durchblicken, dass er den Dürener Awo-Kreisverband, der unter anderem 23 Kindertagesstätten mit rund 1250 betreuten Mädchen und Jungen, drei Seniorenzentren sowie weitere Einrichtungen mit insgesamt 240 Angestellten betreibt, für durchaus gut aufgestellt hält.

Weniger Ortsvereine

Doch keine Rose ohne Dornen: „Die Zahl der Ortsvereine hat sich von 21 auf 17 verringert”, sagte Veith. Den Grund benannte er klar: „Dies geschah nicht aus Mitgliedermangel, sondern weil wir es nicht geschafft haben, die Überalterung in den Griff zu bekommen und Mitglieder für die gewiss nicht leichte Vorstandsarbeit zu gewinnen.” Grund zur Hoffnung bestehe nichtsdestotrotz, denn: „Die Situation hat sich mittlerweile stabilisiert, die Mitgliederzahlen steigen, und in den Ortsvereinen ist eine rege soziale Verbandsarbeit festzustellen.”

Am Schluss stellte ein gerührter Johannes Veith in seinem Rechenschaftsbericht (einen weiteren erstattete Geschäftsführerin Leonore Küpper-Beckers) ebenso bewegt wie schmucklos fest: „Ich darf mich bedanken für die Jahre, in denen ich Kreisvorsitzender sein durfte.”

Wie die „soziale Verbandsarbeit”, von der Veith gesprochen hatte, konkret aussieht - davon verschafften die Ehrungen im Rahmen der Konferenz den Teilnehmern eine Anschauung: Margret Heller, die aus den Händen der Bezirksvorsitzenden Beate Ruland die Verdienstmedaille der Arbeiterwohlfahrt entgegennahm, organisiert seit Jahr und Tag für die Senioren im heimischen Birkesdorf Fußpflegetermine und - zusammen mit ihrem Ehemann Ludwig - einen Treff in Haus Weidenpesch. In Abwesenheit wurde zudem der Kreuzauer Willy Metzmacher ausgezeichnet. Und ein stolzer Johannes Veith nahm die Urkunde entgegen, mit der er zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Künftig stehen dem neuen Vorsitzenden Karl Schwarz mit Matthias Roels (Birkesdorf) und Gertrud Hafke aus Jülich zwei Stellvertreter zur Seite. Beisitzer im Vorstand sind Dieter Demuth (Düren-Stadt), Ursula Eiff (Kreuzau), Ludwig Heller (Birkesdorf), Hermann-Josef Holtz (Koslar), Dietmar Jordan (Vettweiß), Franz Lenzen (Echtz), Irmgard Lichtenberg (Koslar), Gertrud Marx (Gürzenich) und Wilfried Mickertz (Birgel-Rölsdorf).
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