Jogginghose macht keinen guten Eindruck

Von: Guido Jansen
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Staatssekretär Thomas Rachel
Staatssekretär Thomas Rachel (Mitte) machte sich in der Hauptschule Ruraue in Jülich ein Bild vom Foto: Jansen

Kreis Düren. „Ich habe gelernt, dass man zu einem Bewerbungsgespräch keine Jogginghose trägt.” Die Lektion war wertvoll für Akija Misimovic. Denn der Schüler aus der 10. Klasse der Gemeinschaftshauptschule Ruraue Jülich hat ein wichtiges Ziel in seinem Leben erreicht.

Der 16-Jährige hat eine Lehrstelle gefunden und zählt damit zu den ersten Erfolgen des Projektes Berufseinstiegsbegleitung („BerEb”).

Im November 2010 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Startschuss für das Pilotprojekt gegeben, das an sechs Schulen im Kreis läuft. Neben Jülich sind das die Gemeinschaftshauptschulen Linnich, Burgauer Allee, Gürzenich, Nörvenich und Vettweiß. 81 Schüler aus dem Kreis lernen mit Hilfe von „BerEb” nicht nur für die Schule, sondern für das Leben.

Bei der Bewerbung geholfen

In Jülich nehmen neun Schüler aus der Klasse 10 teil und vier aus der 9. Klasse. Betreut werden sie von Brigitte Turski von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW). Zwei Mal pro Woche vermittelt die Expertin den Schülern wichtige Tipps und hilft ihnen, sich beruflich zu orientieren. Darüber hinaus bietet sie auch individuelle Beratungstermine an. Nicht nur den Hinweis mit der Jogginghose hat sie gegeben.

„Sie hat mir geholfen, meine Bewerbung zu schreiben”, erzählte Denys Zabolotny, ein weiterer Schüler, der seine Ausbildungsstelle im Sommer mit der Hilfe von „BerEb” schon sicher hat. Zudem hilft Brigitte Turski den Schülern dabei, sich einen Überblick über die rund 300 möglichen Ausbildungsberufe zu verschaffen, sie hilft bei der Suche nach Ansprechpartnern in den Firmen.

Im Mittelpunkt des Förderprogramms stehen Schüler, bei denen sich ab der 8. Klasse Probleme zeigen. Entweder mit den Schulnoten, oder im Verhalten oder aufgrund des sozialen Umfelds. Die Klassenlehrer der beteiligten Schulen sprechen dann den zuständigen Betreuer der FAW an.

„Wir wollen eingreifen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist”, sagte Thomas Rachel (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Bildung und Forschung. „BerEb” soll den Schülern auf den richtigen Weg helfen, bevor sie zu Problemfällen werden. Die Erfolgsaussichten sind offenbar hoch. Vier der neun Zehntklässler aus Jülich haben schon eine Lehrstelle, andere sind noch in der Bewerbungsphase, wieder andere werden nach dem Sommer die Berufsschule besuchen.

Klaus Thanscheidt von der Firma TNT Haustechnik hat eine Lehrstelle an einen Jülicher Schüler aus dem Projekt vergeben. „Ich finde es gut, dass Brigitte Turski die Schüler auch im ersten Lehrjahr noch mit betreut. Ich kann nur an die Regierung appellieren, dieses Projekt weiter voranzutreiben.”

Heinz-August Schüssler von der Firma Lamers hat ebenfalls einen Lehrling der Ruraue eingestellt. Er mahnte an, dass das Elternhaus trotz des Projekts nach wie vor in der Verantwortung stehe. „Wir vermissen häufig die notwendige Unterstützung der Eltern.” Rachel bestätigte diese Aussage, betonte, dass die Erfolgsaussichten um so besser seien, je mehr das Elternhaus die jungen Menschen unterstütze.

Ruraue-Schulleiter Helmut Lang betonte die positive Wirkung, die die ersten Erfolge in Form von Lehrstellenverträgen für das Projekt haben. „Bessere Vorbilder für die anderen Schüler können wir uns nicht wünschen.”
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