Kreis Düren - Job-com sucht noch 100 Ausbildungsstellen im Kreis

Job-com sucht noch 100 Ausbildungsstellen im Kreis

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Angela Kuban (sitzend) und Fabrice Macana (Mitte) suchen mit Hilfe der Job-com-Mitarbeiter - im Bild Helmut Kluth - eine Lehrstelle, um beruflich durchstarten zu können. Foto: Helmut Kluth - eine Lehrstelle, um beruflich durchstarten zu können.

Kreis Düren. . Rainer Denker hat die Kurve bekommen, endlich hat er den ersehnten Ausbildungsvertrag in der Tasche. „Ich freue mich, dass es jetzt richtig losgeht”, sagt er. Nach einem einjährigen Einstiegspraktikum bei der Dürener Firma Expert Brings wird er dort nun zum IT-Elektroniker ausgebildet.

„Der Junge schafft das”, ist Gregor Wirtz sicher. Im September wird der junge Mann 21. Auf dem Weg zum Abitur hatte er in der Oberstufe den Seitenausgang gewählt. Das hat er schon oft bereut. Nun ist er aber wieder in der Spur und denkt sogar über die nächsten dreieinhalb Jahre hinaus. „Das Abitur kann ich ja später auf der Abendschule nachmachen, dann stehen mir wieder alle Türen offen.”

Gregor Wirtz freut sich über seinen ehrgeizigen Auszubildenden. Obwohl kein Großunternehmen, bildet die Firma mehrere Lehrlinge aus. Zudem sind laufend Schulpraktikanten im Betrieb. Das gehört zum Konzept. Das Elektronikfachgeschäft gibt jungen Leuten die Chance, in Werkstatt und Verkauf hineinzuschnuppern. „Viele wissen ja gar nicht, was sie in ihrem ausgewählten Beruf erwartet”, hat Wirtz schon oft erfahren. Deshalb wird getestet. Junge Leute stellen fest, ob ihnen die Arbeit liegt, die Firma, ob der Kandidat ins Team passen könnte. Bei Rainer Denker, den die Job-com vermittelt hatte, stimmt die Chemie. Dass der junge Mann anschließend weiterziehen will, findet sein Chef gut. „Eine Ausbildung ist ein Sprungbrett ins weitere Berufsleben.”

Dieses Sprungbrett sucht Angela Kuban noch. Die 18-Jährige hat die Fachoberschulreife und möchte Krankenschwester oder Arzthelferin werden. Sie wähnte sich kürzlich sogar schon auf dem Sprung, als sich aus einem Praktikum heraus eine mündliche Stellenzusage ergab, die sich später jedoch als nicht belastbar entpuppte. Da ihre rund zwei Dutzend Bewerbungen erfolglos waren, empfiehlt Rolf Tendies, ihr Berater bei der Job-com, der jungen Frau zu einer Einstiegsqualifizierung. Das ist ein bezahltes Praktikum bei einem Arbeitgeber, das längstens ein Jahr dauert. „Das ist eine gute Chance, sich im Arbeitsalltag für eine Ausbildung zu empfehlen”, weiß Tendies und spricht von einer hohen Erfolgsquote.

Rainer Denker ist ein Beispiel dafür. Angela Kuban will diesen Weg gehen, falls sich kurzfristig nicht doch noch ein Ausbildungsplatz findet. „Mir liegt der Umgang mit Menschen, und ich bin voll und ganz bei der Sache, wenn ich etwas begonnen habe”, unterstreicht sie ihre Stärken.

Fabrice Macana, 1988 in Angola geboren, träumt davon, seine große Leidenschaft, den Sport, zum Beruf zu machen. Sport- und Fitnesskaufmann will er werden. Doch mittlerweile hat er sein Blickfeld erweitert. „Die Zeiten sind schwierig, man muss flexibel sein und jede Chance nutzen, die sich bietet”, weiß er und hat sich auch um andere kaufmännische Ausbildungsplätze beworben - bislang vergeblich. Als aktiver Bezirksliga-Fußballer und Trainer einer Jugendmannschaft weiß der kontaktfreudige junge Mann, dass Teamwork zum Erfolg führt. Mit seinem zielorientierten Arbeiten möchte er aber nicht nur auf dem Fußballplatz punkten, sondern möglichst bald auch im Berufsleben.

Doch die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit hinterlässt im Kreis Düren Spuren. Nicht nur große Firmen müssen Personal abbauen. Junge Leute, die jetzt ins Berufsleben einsteigen wollen, haben es da nicht leicht. So sucht die Job-com noch rund 100 Ausbildungsplätze. „Leider halten sich die Arbeitgeber derzeit sehr zurück”, bedauert Job-com-Leiterin Martina Forkel. Dabei zeichnet sich wegen des demographischen Wandels schon ab, dass künftig weniger Nachwuchskräfte nachrücken. Heute die eigenen Fachkräfte für morgen ausbilden, müsse die Devise lauten.

Gesucht werden Ausbildungsstellen im kaufmännischen Bereich, im Handwerk, im Gesundheits- und Pflegebereich, für das Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch als Friseur, Industriemechaniker, Maschinen- und Anlagenführer oder als Fluglotse. „Jeder einzelne Ausbildungsplatz zählt, weil er einem jungen Menschen die Chance gibt, sich zu entwickeln und seinen Platz in unserer Gesellschaft zu finden”, appelliert Landrat Wolfgang Spelthahn an die Arbeitgeber in der Region, ihre Ausbildung nicht zurückzufahren. Ansprechpartner für Arbeitgeber bei der Job-com ist Carsten Schmetz (02421/221609 oder c.schmetz@kreis-dueren.de).
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