Düren - Jeder Vierte versagt Schavier die Gefolgschaft

Jeder Vierte versagt Schavier die Gefolgschaft

Von: Jörg Abels
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Der CDU-Kreisvorsitzende Karl Schavier zog eine positive Bilanz der letzten beiden Jahre, stieß aber nur bei 75 Prozent der Delegierten, die ihn wiederwählten, auf ungeteilte Zustimmung.

Düren. Karl Schavier nahms äußerlich gelassen, obwohl ihm gerade jeder vierte Delegierte des 31. CDU-Kreisparteitags die Gefolgschaft versagt hatte. Von den 102 abgegebenen Stimmen entfielen nur 72 auf den 65-jährigen Indener, der seit 1990 als Vorsitzender an der Spitze des Kreisverbands Düren-Jülich steht und keinen Gegenkandidaten hatte.

Schavier sprach von einem „ehrlichen Ergebnis”. In 20 Jahren habe er nun einmal dem einen oder anderen auf den Schlips treten müssen. „Mit 75 Prozent bin ich zufrieden, bei 60 hätte ich mir über meine Zukunft Gedanken gemacht”, sagt er.

„Er hat in letzter Zeit nicht immer eine glückliche Figur gemacht”, spielte ein Delegierter auf die Querelen in Nideggen und Merzenich an, die gerade erst zum Parteiaustritt mehrerer Mitglieder inklusive des Merzenicher Bürgermeisters Peter Harzheim geführt hatten. So mancher Delegierte hatte offenbar ein besseres Krisenmanagement seitens der Parteispitze erwartet.

Dabei hatte Schavier zuvor in seiner Rede auf nicht immer „vergnügungssteuerpflichtige Gesprächsrunden” verwiesen und auf ein verworrenes, emotionales, ja irrationales Handeln in Merzenich, das der Kreispartei keine andere Wahl ließ, als den abtrünnigen CDU-Ratsmitgliedern mit dem Parteiausschluss zu drohen, dem diese dann zuvorkamen. Die Satzung, rief Schavier den Delegierten in Erinnerung, sei an diesem Punkt eindeutig. Wer als gewähltes CDU-Mitglied der Fraktion den Rücken kehre, verhalte sich parteischädigend.

Die aus Schaviers Sicht erfolgreiche Arbeit im Kreis Düren mit unterstützenden Maßnahmen für Familien, der von Landrat Spelthahn angeschobenen Breitbandinitiative, zahlreichen Infrastrukturmaßnahmen und einer Koalitionsvereinbarung, die eindeutig die CDU-Handschrift trage, trat derweil in den Hintergrund.

Mit 75 Prozent der Stimmen - Enthaltungen und ungültige Voten werden bei der CDU nicht mitgerechnet - erhielt Schavier eines seiner schlechtesten Wahlergebnisse in den vergangenen 20 Jahren. Noch 2008 hatte er 81,9 Prozen auf sich vereint.

Deutlich besser schnitten auch diesmal seine vier Stellvertreter ab. Landrat Wolfgang Spelthahn erhielt ebenso 87,76 Prozent Ja-Stimmen wie der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel (MdB). Josef Wirtz (MdL) durfte sich bei 90,0 Prozent über das beste Ergebnis freuen, während die für Helga Conzen in die Führungsspitze aufgerückte Dr. Patricia Peill aus Nörvenich mit 83,16 Prozent gewählt wurde. Schatzmeister Rolf Seel (MdL) wurde mit knapp 90 Prozent wiedergewählt.

Der Kreuzauer hatte zuvor deutlich gemacht, dass die Kasse der Partei nach dem Superwahljahr 2009 leer sei und kündigte an, dass der CDU-Kreisverband in Zukunft seinen Gürtel enger schnallen muss. Zwar konnte die Mitgliederzahl gegen den Bundes- und Landestrend leicht gesteigert werden, dafür aber ging die Zahl der Mandatsträger, die mit ihren Abgaben die Parteikasse am stärksten füllen, deutlich zurück. Seel machte deutlich, dass noch rund 1000 Mitglieder in den CDU-Vereinigungen nicht das Parteibuch besitzen. Hier gelte es anzusetzen.

Gemeinsam mit Josef Wirtz versuchte Rolf Seel, die Partei auf den anstehenden Landtagswahlkampf einzuschwören. „Wir dürfen uns dabei von Meinungsumfragen nicht blenden lassen”, betonte Seel. Es gelte Rot-Rot in NRW zu verhindern. „Dafür aber müssen wir aufstehen”, rief Wirtz den Delegierten zu. „Vom Sofa aus können wir die Wahl nicht gewinnen.”

Seel betonte aber auch, dass er sich mehr Rückenwind durch die Berliner Koalition erwartet hätte. Mit der „Linken” ging der Kreuzauer besonders hart ins Gericht. Die SED habe bereits einen Staat kaputt gewirtschaftet. Das dürfe sich mit ihren Nachfolgern in NRW nicht wiederholen.
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