Kreis Düren - Jakobskreuzkraut: Stiller Eroberer mit giftiger Waffe

Jakobskreuzkraut: Stiller Eroberer mit giftiger Waffe

Von: Von Gudrun Klinkhammer
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Schön anzusehen, aber giftig: Das gelbe Jakobskreuzkraut. Foto: stock/blickwinkel
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René Mause von der Biologischen Station im Kreis Düren hat die giftigen Pflanzen im Blick. Foto: gkli
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Im ersten Jahr entwickelt die Pflanze eine Blattrosette, deren Blätter leicht mit den Blättern des Rocola-Salates verwechselt werden können.
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Verblühtes Jakobskreuzkraut steht auf dieser Weide in zahlreichen braunen Büscheln.
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Eine Blüte kann gut 80 Samen produzieren.

Kreis Düren. Das Jakobskreuzkraut ist hübsch anzusehen und an Straßen- und Wiesenrändern sowie auf manchen Weiden gut vertreten. Allerdings ist diese Pflanze, deren lateinischer Name „Senecio jacobaea“ lautet, hoch giftig. Vor allem für Pferde und Kühe kann das Jakobskreuzkraut, das ein Leber schädigendes Gift enthält, tödliche Folgen haben.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen informiert auf ihrer Internetseite: „15 Triebe des Jakobskreuzkrautes, die zusammen rund 1000 Gramm wiegen, töten eine 700 Kilogramm schwere Kuh, wenn sie diese Menge einhundert Mal frisst.“ René Mause, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station Düren, sagt dazu: „Steht das Kraut blühend auf der Weide, damm gehen die Tiere nicht unbedingt daran, sie meiden es wegen der darin enthaltenen Bitterstoffe.“

Getrocknet im Heu verliert die Pflanze nicht an Giftigkeit und wird dann auch ohne Scheu von den Tieren gefressen. René Mause kennt einige Stellen im Kreis Düren, auf denen das Jakobskreuzkraut sprießt und beobachtet diese genau. Eine sensible Region ist beispielsweise die Drover Heide. René Mause: „Das Jakobskreuzkraut wächst vor allem auf verletzten Böden, auf denen die Grasnarbe nicht mehr in Ordnung ist.“

In der Drover Heide verwunden die Mitarbeiter der Biologischen Station den Boden immer mal wieder absichtlich, da sich dort seltene Pflanzen wie der Fadenenzian, der Ackerkleinling oder auch der Zwerg-Lein ansiedeln und entwickeln sollen. René Mause sagt: „Sobald wir diesen seltenen Pflanzen den Nährboden bereiten, bereiten wir auch dem Jakobskreuzkraut eine ausgezeichnete Wachstumsgrundlage.“ Auf intakten, regelmäßig beackerten und gedüngten Böden kann sich das Kraut nicht so leicht ansiedeln. Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Biologischen Station und seine Kollegen hegen nicht den Anspruch, das giftige Kraut komplett auszurotten. Aber sie halten es eben im Auge und greifen ein, wenn es Überhand nimmt.

René Mause informiert: „Aus der Drover Heide holen wir pro Jahr immer einige Hundert Pflanzen heraus, damit sie sich dort nicht zu stark versamt.“ Der Korbblütler, so René Mause, ist zweijährig. Im ersten Jahr entwickelt er eine Blattrosette, deren Blätter leicht mit den Blättern von Rucola-Salat verwechselt werden können. Im zweiten Jahr erblüht dann die Pflanze, eine einzelne Blüte produziert rund 80 Früchte, so kommt eine einzelne Pflanze schnell auf über 1000 fliegende Samen.

Vor allem ärgern sich Tierhalter, wenn Nachbarn das giftige Jakobskreuzkraut unkontrolliert gedeihen lassen. René Mause weiß: „Irgendwann hilft dann tatsächlich nur noch die Giftspritze.“ Vor allem an Flussrändern wachsen der ebenfalls giftige Riesenbärenklau und das nicht giftige, aber sehr dominante indische Springkraut. Im Bereich von Wanderwegen, Schulen und Kindergärten greifen Bauhöfe ein, um dem Riesenbärenklau, der auch unter dem Namen Herkulesstaude bekannt ist und dessen Pflanzensaft starke Verbrennungen hervorrufen kann, Herr zu werden. René Mause sagt dazu: „Flüsse transportieren die Samen der Pflanzen und helfen ihnen bei der Ausbreitung.“ Mehr unter diesem Link.

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