Kreis Düren - Islamische Notfallbegleitung im Kreis Düren gegründet

Islamische Notfallbegleitung im Kreis Düren gegründet

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Nach dreimonatiger Ausbildung erhielten die zehn islamischen Notfallbegleiter gestern ihre Zertifikat, Namensschilder und Warnwesten für den Einsatz außer Haus. Foto: Abels

Kreis Düren. Ein plötzlicher Todesfall, ein Kindstod oder Suizid, ein schwerer Brand oder Unfall: Krisensituationen, in denen Betroffene persönliche Ansprache brauchen, ein aufmunterndes Wort oder einfach nur eine Schulter, an der sie ihrem Schmerz freien Lauf lassen können, gibt es unzählige.

Dann kommt die Notfallseelsorge zum Einsatz - im Kreis Düren 40 Seelsorger, die rund um die Uhr im wöchentlichen Wechsel zur Verfügung stehen. Doch die Tücke liegt oft im Detail, vor allem wenn Angehörige unterschiedlicher Kulturen oder Religionen aufeinandertreffen.

Missverständnissen vorbeugen

Andere Länder, andere Sitten und Gebräuche, ist nur nur eine bloße Floskel. „Wer weiß schon, dass fremde Männer einer muslimischen Frau nicht die Hand zur Begrüßung reichen dürfen”, nennt Volker von Eckardstein , Evangelischer Koordinator der Notfallseelsorge im Kreis Düren, nur ein Beispiel eines Missverständnisses, dass die Atmosphäre beim ersten Kontakt schon belasten kann.

Als „Brückenbauer” fungieren ab sofort zehn Frauen und Männer des Islamischen Bildungsvereins in Düren (Schulstraße 51), die sich in den vergangenen drei Monaten zu Notfallbegleitern haben ausbilden lassen und kreisweit als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Bei der Übergabe der Zertifikaten und Erkennungswesten bezeichnete Eckardstein sie als sprachliche und kulturelle Dolmetscher, die bei Bedarf von Feuerwehr und Polizei zurate gezogen werden können.

„Wir sind dankbar, dass sich sowohl Männer als auch Frauen bereit erklärt haben, diesen Dienst zu übernehmen”, erklärte der Leiter der Notfallseelsorge, „da gerade die Rollen und Traditionen der Geschlechter im islamischen Bereich sehr bewusst gepflegt werden.”

Er freute sich zudem, dass die zehn islamischen Notfallbegleiter verschiedene Sprachkenntnisse mitbringen - neben Türkisch auch Arabisch sprechen -, so dass sie im Notfall Menschen aus möglichst vielen Nationalitäten mit Trost und Orientierung beistehen können.

Schon die Erklärung, warum ein Leichnam oft erst noch eingehender untersucht werden muss, kann bei der Bewältigung der Trauer helfen, nannte Volker von Eckardstein nur ein Beispiel der künftigen Arbeit der islamischen Notfallbegleiter.
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