Internationaler Museumstag: Kunst, die mit Kettensäge und Axt entsteht

Von: Sandra Kinkel
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Kunst mit Axt und Kettensäge: Professor Karl Manfred Rennertz präsentierte beim Internationalen Museumstag, wie seine außergewöhnlichen Skulpturen entstehen. Foto: kin
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Die kleine Anna (fünf Jahre) aus Köln hatte viel Spaß daran, selbst kreativ zu sein.
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Im Leopold-Hoesch-Museum gab es eine Tanz-Performance. Foto: kin

Kreis Düren. Professor Karl Manfred Rennertz ist total konzentriert. Der gebürtige Langerweher, der seit 1981 ein Atelier in Baden-Baden und seit 13 Jahren eine Professur für Bildhauerei an der Fachhochschule in Detmold hat, steht im Hof des Töpfereimuseums und bearbeitet mit einer Axt einen dicken, hohen Baumstamm.

Die komplette Rinde muss ab. Anschließend holt Rennertz, der noch bis Ende August in seiner Heimatgemeinde die Ausstellung „Der Lehm zwischen den Zehen“ zeigt, seinen Skizzenblock aus dem Auto und fängt an zu zeichnen. Danach markiert er mit groben Pinselstrichen auf dem riesigen Stück Holz, wo später die Kettensäge zum Einsatz kommen soll.

Karl Manfred Rennertz ist absolut in seinem Element, das merkt man dem international anerkannten Künstler deutlich an. Und die rund 20 Menschen, die ebenfalls zum Töpfereimuseum gekommen sind, haben die Gelegenheit zu beobachten, wie eine von Rennertz‘ Skulpturen entsteht.

Zehn Museen aus dem gesamten Kreis Düren haben sich am Sonntag am Internationalen Museumstag beteiligt. Die Performance von Karl Manfred Rennertz war eine von unzähligen Aktionen von Heimbach bis Düren, Linnich bis Nideggen und Langerwehe bis Titz-Rödingen. „Zu sehen, wie ein renommierter Künstler arbeitet, ist eine Gelegenheit, die man nicht alle Tage bekommt“, sagt Lydia Reinartz vom Team des Langerweher Töpfereimuseums.

„Aber auch sonst haben sich die Museen im Kreis Düren ein tolles Programm einfallen lassen.“ Und ein sehr abwechslungsreiches. Rund um das Burgenmuseum in Nideggen hat beispielsweise der Deutsche Ritterkonvent“ sein Lager aufgeschlagen. Persönlichkeiten des Mittelalters wurden dargestellt, außerdem wurden in einer historischen Modenschau Gewänder des Adels aus dem 12. bis 14. Jahrhundert gezeigt.

Fast überall hatten die Besucher des Museumstages die Gelegenheit, selbst kreativ zu werden. Jeanine Bruno, Leiterin der Werkloge am Leopold-Hoesch-Museum erklärt das so: „Zum Internationalen Museumstag kommen Menschen, die sonst vielleicht nicht so häufig kommen. Sie haben die Gelegenheit, die Museen einmal in einer ganz ungezwungenen Atmosphäre kennenzulernen.“

Wünschen sich die Museen im Allgemeinen und das Leopold-Hoesch-Museum im Besonderen grundsätzlich mehr Besucher, konnten sich die Verantwortlichen vom Hoesch-Museum am Sonntag über zu wenig Zuspruch nicht beklagen. Jeanine Bruno: „Wir haben um 11 Uhr die Türen aufgemacht, und die Besucher waren da.“ Warum das so ist, erklärt die Leiterin der Werkloge mit der großen Attraktivität der aktuellen Ausstellung „Niki de Saint Phalle und das Theater“, dem freien Eintritt und dem attraktiven Programm.

So gab es im Leopold-Hoesch-Museum verschiedene Workshops, außerdem hat der aus New Orleans stammende Künstler Dwayne Holliday die Besucher immer wieder mit Tanz-Performances fasziniert. Die kleine Anna (5), die extra mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Emily (7) aus Köln zum Museumstag nach Düren gekommen ist, zeichnet bunte Figuren auf ein großes Blatt Papier. Zoé (11) aus Merzenich haben es eher die großen Skulpturen von Niki de Saint Phalle angetan. „Mir gefällt es, dass die Figuren so bunt sind, und ich finde die Formen lustig“, sagt das Mädchen. „Solche Kunst mag ich.“

Michaela Muckel, die mit ihren beiden Söhnen ins Museum gekommen ist, war mit den Jungs schon beim Ritterkonvent in Nideggen und möchte auch noch zum Glasmalereimuseum nach Linnich. „Man kann die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen, der Eintritt ist frei – so ein Angebot kann man sich doch nicht entgehen lassen.“ Sie sei aber auch sonst regelmäßig mit ihren Kindern im Museum. „Wir versuchen, uns viele verschiedene Museen anzusehen“, erzählt die Übersetzerin.

„Mir ist das wichtig.“ Grundsätzlich hätten ihre Söhne schon Spaß an Kunst. „Aber natürlich muss man ihnen als Eltern auch jede Menge Informationen und Erklärungen geben. Sonst funktioniert das nicht.“ Die neue Skulptur von Karl Manfred Rennertz wird übrigens erst am Sonntag, 20. August, komplett fertig. Dann wird Rennertz ihr mit einem Flammenwerfer ihre endgültige Färbung verschaffen.

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