Kreis Düren - Inklusion findet nicht nur in der Schule statt

Inklusion findet nicht nur in der Schule statt

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
Nina Czeczatka, Irmgard Granra
Nina Czeczatka, Irmgard Granrath und Alexandra Filipowski (von links) stellten das Freizeit-Spaß-Programm vor und hoffen auf eine rege Beteiligung. Foto: Johnen

Kreis Düren. Eine Tür, die nicht verschlossen ist, muss deswegen nicht automatisch leicht zu öffnen sein. „Für Menschen mit Behinderung bedeutet es oftmals eine besondere Herausforderung, sich Vereinen anzuschließen, in denen auch Menschen ohne Behinderung aktiv sind”, nennt Alexandra Filipowski von der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit geistiger Behinderung im Kreis Düren (Kokobe) ein Beispiel.

Zu groß sei häufig die Angst, mit den individuellen Bedürfnissen nicht verstanden zu werden. Auf Seiten der Vereine und Institutionen bestehe zwar eine große Bereitschaft, Menschen mit Behinderung zu integrieren. „Jedoch fehlt die praktische Erfahrung, wie Begegnung erfolgreich gelingen kann”, berichtet Alexandra Filipowski. Die Tür ist nicht verschlossen, doch manchmal bedarf es eines Türöffners, um Begegnungen zu ermöglichen.

So ein Türöffner wollen Alexandra Filipowski und ihre Kolleginnen Nina Czeczatka und Irmgard Granrath sein. „Manchmal gibt es auf beiden Seiten viele offene Fragen. Auf jede Frage gibt es aber eine Antwort”, betont Irmgard Granrath. Im Rahmen der Veranstaltungswoche „Freizeit-Spaß - Was kann ich in meiner Freizeit machen?” wollen Irmgard Granrath und ihre Kolleginnen daher vom 9. bis 13. Juli Menschen mit Behinderung begleiten und Vereine und Institutionen exemplarisch über die besonderen Bedürfnisse dieser Menschen informieren. Sie wollen Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Erwachsenen mit geistiger Behinderung oder Mehrfachbehinderung Anregungen geben, was sie in ihrer Freizeit machen können - abseits der bekannten Pfade.

Bewusst haben die Organisatoren deswegen keine Anbieter ausgewählt, die aus dem Bereich der Behindertenhilfe kommen. Angeschrieben wurden dafür ganz viele Vereine und Einrichtungen im Kreisgebiet, um im Sinne der Inklusion Türen zu öffnen und Begegnungen zu ermöglichen. Inklusion finde schließlich nicht nur in der Schule statt, sondern erfasse im Idealfall das ganze Leben. Es ist der erste Versuch, eine solche Erlebniswoche zu organisieren. Die Resonanz, berichtet Irmgard Granrath, sei ermutigend.

Auf dem Programm steht eine bunte Mischung von Angeboten, die gegen einen kleinen Kostenbeitrag nach Voranmeldung genutzt werden können. So gibt es unter anderem die Möglichkeit zu einem Gerätetraining im Fitnessstudio für Frauen, die Volkshochschule Düren organisiert einen Sommerküche-Kochkurs, der Eifelverein nimmt die Teilnehmer mit auf eine Wanderung durchs Jülicher Land, und die Stadtbücherei bietet eine besondere Führung an. Auch eine Kanufahrt auf dem Rursee, eine Informationsveranstaltung zur Finanzierung von Freizeitangeboten für Menschen mit Behinderung, ein Tanzkurs und eine Disco finden sich auf dem Programm wieder.

„Wenn beide Seiten den Versuch wagen, kann aus diesen Begegnungen viel Neues entstehen”, ist Irmgard Granrath überzeugt. Ist die Türe erst einmal geöffnet, könnten langfristig auch neue Angebote entstehen.

Anmeldungen bis zum 26. Juni abgeben

Anmeldungen für alle Veranstaltungen nehmen die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstellen in Düren (Weierstraße 38, Tel. 02421/20582, i.granrath@lebenshilfe-dueren.de) und Jülich (Große Rurstraße 27, Tel. 02461/9954290, kokobe-juelich@lvr.de) entgegen. Anmeldeschluss ist der 26. Juni.

In den Beratungsstellen liegt auch für alle Interessierte das Programm mit allen Angeboten als Broschüre aus.

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