Indeland sieht Dürener Klage gegen Restsee gelassen

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Kreis Düren. Obwohl die Stadt Düren vor dem Landesverfassungsgericht NRW gegen die 2008 beschlossene Änderung des Braunkohlenplans klagt, weil sie den Tagebau Inden ab 2035 nicht mit Wasser, sondern wie ursprünglich vorgesehen mit Erde rekultiviert sehen will, reicht ihr die Indeland-Familie weiter die Hand.

„Wir würden uns freuen, wenn sich die Stadt Düren aktiv an der langfristigen Gestaltung unserer Region beteiligen würde”, betonte Landrat Wolfgang Spelthahn, Aufsichtsratsvorsitzender der Entwicklungsgesellschaft Indeland, nach der jüngsten Sitzung des Gremiums.

„Natürlich ist es das gute Recht der Stadt, vor Gericht zu ziehen. Aber es spricht nichts dafür, dass sie Erfolg haben könnte”, sagte Josef-Johann Schmitz, stellvertretender Aussichtsratsvorsitzender aus Inden. „Durch die Änderung des Braunkohlenplans sieht die Stadt ihr verfassungsmäßiges Recht der kommunalen Selbstverwaltung verletzt. Doch der geplante See beansprucht nur 68 Hektar Dürener Terrain. Das sind gerade einmal 0,8 Prozent ihres Stadtgebietes.”

Indeland-Geschäftsführer Hans Martin Steins sagt: „Offenbar macht die Stadt Düren die Verletzung von Planerhaltungsvorschriften geltend, bezweifelt den größeren wirtschaftlichen Nutzen eines Restsees und äußert Sicherheitsbedenken. All das ist nicht stichhaltig, denn die Seelösung ist über Jahre ebenso umfassend wie intensiv von Gutachtern untersucht worden.”

Die Stadt Düren halte die vom Braunkohlenausschuss bei der Bezirksregierung Köln beschlossene Planänderung für verfassungswidrig, weil sich an den Grundannahmen für die Erdverfüllung des Tagebaus Inden bis heute nichts geändert habe. Dem widerspricht Spelthahn: „Damals galt die Gemeinde Inden durch einen Restsee in ihrer Existenz gefährdet. Hier hat es ein Umdenken geben. Das zeigt allein die Tatsache, dass es die Gemeinde Inden selbst war, die das Änderungsverfahren im Jahr 2000 in Gang gesetzt hat.”

Mit den wirtschaftlichen Effekten der Erd- und Wasserverfüllung habe sich die Prognos AG ausführlich auseinandergesetzt. Fazit der Gutachter: Ein See erhöhe die Attraktivität der Region als Lebens- und Arbeitsraum erheblich, wovon die Anrainerkommunen vielfältig profitieren. Josef-Johann Schmitz: „Der Vergleich hat gezeigt, dass ein See sowohl während seiner Entstehung als auch im endgültigen Zustand einen größeren Nutzen beschert.”

Für die Landwirtschaft habe der Restsee keine negativen Folgen, betonen die Indeländer. Der Flächenbedarf Landwirte lasse sich durch ein geeignetes regionales Flächenmanagement decken.

Aus ökologischer Sicht könne der Verzicht auf die riesige Bandanlage nicht hoch genug bewertet werden. Über Jahrzehnte müssten Erdmassen vom Tagebau Hambach in den Tagebau Inden geschafft werden. Dieses Transportband würde die ökologisch hochwertigen Rurauen queren und sehr nah an Orten verlaufen.
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