In kleinen Netzwerken werden Geschäfte gemacht

Von: Jörg Abels
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Die Mitglieder der BNI-Arbeitsgruppe „Papyrus” wollen ihr Netzwerk weiter ausbauen. Foto: Abels

Kreis Düren. Mundpropaganda ist der Geschäftswelt Gold wert. Diese Weisheit ist nicht neu. Ein Autohändler oder Lackierer, den ein Kunde beispielsweise nach einem Unfall aufsucht, kennt in der Regel einen guten Fachanwalt für Verkehrsrecht, ein Architekt wird einem Häuslebauer den einen oder anderen Handwerker empfehlen können.

In solchen kleinen Netzwerken werden Geschäfte gemacht - auch in Krisenzeiten. Ein Prinzip, das der Amerikaner Ivan Misner schon vor mehr als 20 Jahren erkannt hat, als er den Grundstein für das Business Network International (BNI) legte; der Versuch, die vielen kleinen Netzwerke der Selbstständigen miteinander zu verknüpfen.

Mittlerweile hat die „Organisation für Geschäftsempfehlungen” über 106000 Mitglieder in weltweit 5300 lokalen Arbeitsgruppen, den so genannten Chaptern.

Eine der jüngsten ist die Arbeitsgruppe „Papyrus”, die bereits 25 Mitglieder zählt. Ein exklusiver Zirkel, kann jede Branche in einer Arbeitsgruppe doch nur einmal vertreten sein, bei einer Maximalgröße von 40 Mitgliedern. „Das unterscheidet uns von Visitenkartenpartys”, erklärt Rechtsanwältin Renate Roos, in denen man zwar auch Kontakte knüpfen könne, aber meist gleich mehrere aus einer Branche erhalte und dann aufs Neue auswählen müsse.

Einmal wöchentlich trifft sich die in Anlehnung an die Papierstadt Düren „Papyrus” getaufte Gruppe mit Mitgliedern aus Stadt und Kreis zum Frühstück im Stadtparkrestaurant, morgens früh um 7 Uhr. Anwesenheit ist Pflicht. Darauf legt das Netzwerk großen Wert. Jedes Frühstück läuft nach einem festen Ritual ab. Jedes Mitglied stellt sich und seine Arbeit kurz vor, jede Woche aufs Neue, immer wieder mit neuen Schwerpunkten, maximal eine Minute lang. So erhalten die übrigen Netzwerker einen Eindruck von der jeweiligen Tätigkeit und können aus ihrem Bekanntenkreis Kontakte und im Idealfall natürlich Aufträge vermitteln. Visitenkarten wandern über den Tisch und kleine Empfehlungsformulare mit den Kontaktdaten.

„Das ganze ist ein Geben und Nehmen”, erklärt Immobilienmakler Joachim Johännig das Prinzip, das offenbar funktioniert. In den elf Wochen seit Gründung der „Papyrus-Gruppe” wanderten bereits rund 280 Empfehlungskärtchen über den Tisch, berichtet Architekt Sebastian Weißenborn, Statistiker der Gruppe. Der höchste Monatsumsatz der daraus resultierenden Aufträge lag bei 36000 Euro. Und die Netzwerker sind guten Mutes, diese Summe noch erheblich steigern zu können und hoffen jetzt, ihre Gruppe mit noch nicht vertretenen Branchen bis zur Maximalgröße aufstocken zu können. „Uns fehlen noch medizinische Berufe”, erklärt Johänning, aber auch ein Fliesenleger, Goldschmied, Grafiker oder Dachdecker wäre noch willkommen.

Kleiner Haken: Die Mitgliedschaft ist nicht gerade billig. Allein im ersten Jahr wird ein Beitrag von 700 Euro fällig. Das sei aber gut investiertes Geld. Darin sind sich die Netzwerker einig. „Das konnte ich schon durch meinem ersten neu gewonnenen Auftrag wieder reinholen”, berichtet Renate Ross, schließlich handele es sich sich um Aufträge, die man ohne das BNI-Netzwerk nicht erhalten hätte, ergänzt Friseurmeister Horst Kallscheuer. Im Beitrag enthalten sind auch Kurse, von Rhetorik über Präsentationstraining, damit der Einzelne sich und sein Produkt beim Frühstück auch möglichst gut „verkaufen” kann.
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