Hospizbewegung feiert den 20. Geburtstag

Von: sis
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Bewegt den Kreis Düren: Die Hospizbewegung Düren-Jülich feiert in der kommenden Woche ihr 20-jähriges Bestehen. Foto: Franz Sistemich

Kreis Düren. Es gab Zeiten, da wurden sterbende Menschen in Badezimmern und Abstellkammern abgeschoben. Alleine gelassen mussten sie ihren letzten Weg gehen. Dass sich die Situation von Menschen, die im Sterben liegen, verbessert hat, ist auch – oder gerade – der Hospizbewegung zu verdanken.

Diese hatte gerade in ihren Anfangsjahren mit erheblichen Widerständen von vielen Seiten zu kämpfen. In Kreis Düren engagiert sich die Hospizbewegung Düren-Jülich seit 20 Jahren. Ehrenamtlich begleiten Frauen und Männer alte und junge Menschen auf ihrem letzten Weg. Rund 100 qualifizierte Personen helfen Todkranken, menschlich und in Würde zu sterben.

Sie stehen jährlich etwa 150 Sterbenden zu Seite. Obwohl sich das Aufgabengebiet der Bewegung erweitert hat, steht nach wie vor die ambulante und stationäre Begleitung sterbenskranker Menschen im häuslichen Umfeld, in Krankenhäusern, Hospizen und Altenheimen im Mittelpunkt.

Den Festreigen zum 20-jährigen Bestehen setzt die Hospizbewegung in der kommenden Woche mit verschiedenen Veranstaltungen im Haus der evangelischen Gemeinde zu Düren fort.

  • Montag, 7. Oktober, 15 Uhr: „Hospiz macht Schule“. Über 40 Grundschulen im Kreisgebiet haben sich seit 2007 mit dem Thema Tod und Hospizbewegung beschäftigt. Die Drover Grundschule war die erste, die Düren-Jülicher Hospizbewegung der bundesweite Vorreiter.
  • Dienstag, 8. Oktober, 19 Uhr: Mit ethischen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Jan-Peter Beckmann (Hagen).
  • Mittwoch, 9. Oktober, 19 Uhr: Die Palliativmedizin und die Palliativpflege sind die Themen von Prof. Dr. Friedemann Nauck (Göttingen), Vorsitzender der deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, und Martina Kern (Bonn).
  • Donnerstag, 10. Oktober, 19 Uhr: Der Dürener Pfarrer Toni Straeten referiert zum Thema Spiritualität.
  • Freitag, 11. Oktober, 19 Uhr: Die ehemalige Bundesministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin spricht über Patientenverfügung.
  • Samstag, 12. Oktober, 14 bis 20 Uhr: Mit einem Festakt im Haus der Stadt endet die Woche der Hospizbewegung.

Und die Arbeit wird weitergehen: „Gerade wegen der demographischen Entwicklung müssen wir hospizliche Ideen vermehrt in Krankenhäuser, Altenheime sowie Lehrpläne von Medizin und Pflege tragen“, sagte Dr. Martin Franke, der Vorsitzende der Hospizbewegung Düren-Jülich.

Außerdem verwies er darauf, dass die spirituellen und psychosozialen Komponenten in den Teams der Palliativversorgung gestärkt werden und dass Randgruppen wie Demenzkranke, Personen mit Migrationshintergrund oder Behinderte mehr in den Fokus der Hospizarbeit rücken müssen. Und schließlich sei wichtig, dass die Netzwerke weiter ausgebaut und die Zusammenarbeit innerhalb der Netzwerke verbessert werden müsse.

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