Heuser spricht von „ganz dramatischer Entwicklung“

Von: sps
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Niederzier. „Wir hätten so gerne andere Projekte angestoßen; aber wir machen derzeit nur Flüchtlingsmanagement“. Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser schlug in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Alarm.

„Die Mitarbeiter stehen mit dem Rücken zur Wand; sie können und wollen die Verantwortung nicht mehr tragen“, ließ der Rathauschef die Ratsmitglieder wissen. Und die verstanden. Sie stimmten einer Änderung des Stellenplanes zu. Sie bewilligten die Stellen eines Sozialpädagogen und eines Hausmeisters sowie zweier Mitarbeiter für den Bauhof.

Belastungsgrenze erreicht

Von „einer ganz dramatischen Entwicklung“ sprach Hermann Heuser und ließ keinen Zweifel: „Wir sind an der Belastungsgrenze angekommen“. Derzeit werden in der Gemeinde Niederzier 184 Asyl-suchende oder Flüchtlinge betreut. Wöchentlich kommen 15 dazu. Dass der Bürgermeister von einer „gesamtgesellschaftlichen Aufgabe sprach „und mehr aus Brüssel, Berlin und Düsseldorf erwartet“, hilft derzeit wenig.

Mittel- und langfristig sei um einen verstärkten Mietwohnungsbau nicht herum zu kommen und die Folgen für die Kindergärten und Schulen zeichnen sich auch ab. Betreut werden die Flüchtlinge derzeit in 15 gemeindlichen Einrichtungen, schwerpunktmäßig in Huchem-Stammeln.

Anmietung von Wohnhäusern und der Bau von Unterkünften in Ständerbauweise schloss Hermann Heuser für die nahe Zukunft nicht aus, will man auf die (derzeit ausverkauften) Wohncontainer verzichten.

„Ich erwarte, dass wir zusammenstehen, denn die Flüchtlingsfrage ist kein Feld, um Politik zu machen“, nahm der Bürgermeister die Ratsmitglieder in die Pflicht, bevor er das vorläufige Konzept der Verwaltung präsentierte.

Die Notfallplanung sieht Unterbringungsmöglichkeiten in der Turnhalle auf dem Weihberg in Niederzier vor. In Ellen könnten Unterkünfte hinter der Skater-Anlage nördlich der Grundschule entstehen, in Hambach steht das Gelände zwischen Friedhof und Sportheim zur Disposition.

Auch am Treibbach in Niederzier und auf dem Festplatz in Selhausen sowie in Krauthausen zwischen den Firmen Stühlen und Brohl sind Unterkunftsmöglichkeiten angedacht. „Das alles erfordert auch mehr Personal“, machte Heuser deutlich, dass der Stellenplan wohl noch nicht endgültig ist.

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