Heiße Würste dank Sonnenlicht

Von: Jörg Abels
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Der über Spenden finanzierte Verein „Solarkochschule” möchte möglichst jede Schule mit einem Parabolspiegel ausstatten, um für die umweltschonende Solartechnik zu werben. Foto: Abels

Düren. Die Schüler am Berufskolleg Kaufmännische Schulen hatten Glück. Ihr Pausensnack war gesichert. Durch große Wolkenlücken fand die Sonne gestern immer öfter den Weg auf den Schulhof, in den aufgestellten Parabolspiegel, brachte das Wasser im Kessel zum Kochen und die Würstchen zum Brühen - guten Appetit, ganz ohne Strom.

Kochen, Braten, Grillen: Mit der Kraft der Sonne ist alles möglich, lautete die Botschaft von Renate Schönberg und Michael Bonke von der Solarkochschule Rheinbach. Sie hatten den Berufsschülern nicht nur einen eigenen Parabolspiegel mitgebracht, sie bastelten mit ihnen aus Pappmache auch einfache Trichterkocher, das Stück für weniger als einen Euro - Energie- und CO2-Sparen kann so billig und einfach sein.

Und Spaß machen. Lehrer Jörg Thömmessen hatte sein Ziel erreicht; die Schüler anschaulich für regenerative Energien zu begeistern. „Wir können bei optimaler Sonneneinstrahlung im Parabolspiegel bis zu 175 Grad erreichen”, erklärte Michael Bonke den staunenden Schülern den Brennglaseffekt. Ursprünglich als Kochstelle für sonnige Entwicklungsländer gedacht, erfreut sich der Solarkocher auch in hiesigen Breitengraden bei Umweltbewussten immer größerer Beliebtheit. Und die Schüler wollen das Prinzip nun auch ihrerseits publik machen, am 8. Mai beim Schulfest des Berufskollegs. Ziel der Solarkochschule ist es, möglichst alle Schulen mit einem eigenen Parabolspiegel auszustatten.

Während die Schülergruppen an diesem Projekttag nacheinander basteln und Würstchen kochen durften, setzten sich andere spielerisch mit der Frage der Kohlendioxid-Vermeidung auseinander - mit dem Weltklimaspiel „Cooling down”. Erfinder Dr. Otto Ulrich stellte den Gruppen Fragen zu Themen wie Klimagerechtigkeit, Energiesicherheit oder Katastrophenvorsorge, die sie anhand und mit Hilfe des Spiels beantworten sollten. „Wichtig ist mir, dass sich die Jugend mit diesen globalen Fragen einmal auseinandersetzt und gemeinsam versucht, Lösungen zu finden”, erklärte der Bonner Politikwissenschaftler und Spieleerfinder seine Schulinitiative. „Die Weltklimakonferenz in Kopenhagen ist nicht an mangelnden Fakten gescheitert, sondern am fehlenden Konsens.” Die Schüler des Berufskollegs bekamen beim Spiel mit Emissionen, Geld und Umweltschutzfragen an diesem Projekttag zumindest ein Gespür für die globale CO2-Problematik mit all ihren Facetten.
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