Haus St. Anna zeigt „Weitblick”

Von: Christoph Hahn
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Beweist im Rahmen der Initiative „Perspektive 50plus” Weitblick: das Dürener Haus St. Anna. Foto: Abels

Kreis Düren. Frank Leßenich hat es offiziell und schriftlich: Das Dürener Wohn- und Pflegezentrum an der Waisenhausstraße, das er leitet, hat sich als „Unternehmen mit Weitblick” profiliert.

Bescheinigt hat ihm das das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der Initiative „Perspektive 50plus”. Ziel des Projekts, das für den Kreis Düren und die Städteregion Aachen von Marlies Kolley-Mohnen koordiniert wird, ist es, Frauen und Männer, die Arbeitslosengeld II beziehen und schon lange arbeitslos sind, wieder zu Lohn und Brot zu verhelfen. Was der Auszeichnung, deren Insignien Leßenich am 2. Dezember zusammen mit anderen Geehrten bei einem Festakt in Coburg erhält, besonderes Gewicht verleiht: Das Haus St. Anna erhält sie als erster Arbeitgeber im Kreis Düren.

Menschen über 50 haben es schwieriger als andere, nach langer Arbeitslosigkeit wieder zu Lohn und Brot zu finden. Leiterin Martina Forkel und Stefan Grießhaber, bei der Jobcom des Kreises für die Personalvermittlung verantwortlich, wissen das aus eigener Erfahrung. Darum sind sie froh, mit dem Programm des Bundes potenziellen Arbeitgebern einen Anreiz bieten zu können, Männer und Frauen aus der Gruppe im Fokus anzustellen.

„Perspektive 50plus” ist nicht zuletzt deshalb ein Programm, das hilft, soziale Verantwortung zu stimulieren. Heimleiter Frank Leßenich ist sich dessen ebenso bewusst wie Seelsorger Hans-Otto von Danwitz (die Pfarre St. Anna ist Träger des Hauses). Aus eigener Erfahrung weiß der Heimleiter: „Wenn wir die Lebensläufe bekommen - dahinter stecken Schicksale drin!”

Insgesamt neun Arbeitskräfte, sämtlich Frauen, hat das Wohn- und Pflegezentrum aus der „50plus”-Gruppe angestellt. Bei vier Angestellten (alle arbeiten im hauswirtschaftlichen Bereich) wurde das Beschäftigungsverhältnis aus den Mitteln des Projekts finanziert. Je nach Schwere der Hemmnisse, die Arbeitnehmer durch ihre Biografie mit sich schleppen, sind - wie Stefan Grießhaber verrät - zwischen 50 und 75 Prozent des Bruttolohns drin.

Es geht aber, wie Koordinatorin Kolley-Mohnen (Aachen) bestätigt, nicht bloß darum, Menschen über 50 durch Geld vom Staat zu einer Stelle zu verhelfen. Es gehe auch darum, Arbeitgebern bewusst zu machen, welche sozialen Fertigkeiten die Männer und Frauen in ihr neues Beschäftigungsverhältnis mitbrächten. Da habe das Haus St. Anna nun mal besonderen Weitblick bewiesen. Heimleiter Leßenich und Pflegedienstleiter Thomas Schmitz jedenfalls strahlen über beide Backen, als sie dieses Kompliment hören.
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