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Hauptaufgabe der Rurtalsperre ist die Wasserwirtschaft

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Noch sind die Anleger frei. Künftig können auch größere Segelboote auf dem Rursee kreuzen. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren/Eifel. So idyllisch der Rursee auch aussehen mag: Es handelt sich nicht um einen natürlichen See, sondern um eine Talsperre. „Wasserwirtschaft ist die Hauptaufgabe“, brachte es Dr. Wolfgang Firk, Vorstand des Wasserverbandes Eifel-Rur, auf den Punkt.

Zu den Aufgaben zählt zum einen die Trinkwasserversorgung, zum anderen wird durch das Talsperren-Verbundsystem sichergestellt, dass die Industrie am Unterlauf der Rur das ganze Jahr über mit Wasser versorgt wird. Fünf Kubikmeter pro Sekunde sind garantiert.

Bei natürlichen Wasserverhältnissen könnte dieser Wert im Sommer auf 200 Liter die Sekunde fallen – bei starkem Regen und Schneeschmelze wäre hingegen Hochwasser nicht auszuschließen.

Nutzungsregeln

Umso erfreuter ist Firk, dass es gelungen ist, auch in Zukunft wasserwirtschaftliche und touristische Belange am Rursee unter einen Hut zu bringen. Während der Obersee nach wie vor als Trinkwasserreservoir besonders schutzwürdig ist und die Bezirksregierung Köln die Regeln vorgibt, hat der Wasserverband als Eigentümer erstmals selbstständig neue Nutzungsregeln für den Hauptsee der Rurtalsperre sowie die Staubecken Heimbach und Obermaubach erlassen, die seit dem 16. März in Kraft sind.

„Wir konnten den Status quo nicht nur halten, sondern auch Verbesserungen für den Tourismus erzielen“, sagte Dürens Bürgermeister Paul Larue (CDU) als Verbandsratsvorsitzender. Am Obersee gibt es eine weitere Badestelle in Woffelsbach, für den Rursee lässt der Wasserverband größere Segelboote zu, die der Nachfrage nach mehr Komfort Rechnung tragen.

Ebenso ist nun der Einsatz von Elektromotoren bei Segelbooten und Angelkähnen erlaubt. Zur Nutzung muss jedoch eine Plakette erworben werden. „Wir konnten den Gemeingebrauch erhalten, arbeiten partnerschaftlich mit den Anliegern zusammen“, bilanzierte Paul Larue.

„Der See wurde von Anfang an auch touristisch genutzt, wir sind als Kommune auf den Tourismus angewiesen“, betonte Heimbachs parteiloser Bürgermeister Peter Cremer. Er räumte ein, dass es Befürchtungen gab, der Rursee hätte aus der touristischen Nutzung genommen werden können. „Es ist gut, dass auch die Belange der Anlieger gesehen werden“, bedankte sich Nideggens Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos).

Auch wenn wirtschaftliche und touristische Interessen im Prinzip einen Widerspruch darstellen, sei es zu keinem Interessenkonflikt gekommen, betonte Roger Nießen, Allgemeiner Vertreter des Simmerather Bürgermeisters.

Welche Bedeutung die Talsperren für die Wirtschaft um Unterlauf der Rur haben, verdeutlichte Dr. Stefan Cuypers, Geschäftsführer des Verbandes „Industrie – Wasser – Umweltschutz“: „Ohne das Talsperrensystem wäre eine industrielle Nutzung des Wassers überhaupt nicht möglich.“

Es gebe einen direkten Zusammenhang zwischen dem Wasser und dem Erhalt von über 3000 Arbeitsplätzen entlang der Rur. Ein Beispiel, wie wichtig die konstante Wasserversorgung für die Industrie ist, sei die neue, zwei Million Euro teure Dampferzeugungsanlage bei der Papierfabrik „Reflex“ in Düren.

Angesichts gesetzlicher Regulierungen wie der EU-Wasserrahmenrichtlinie sieht Stefan Cuypers in Zukunft durchaus „mögliche Konflikte“ zwischen ökologischen Vorstellungen und der ständigen Verfügbarkeit des Wassers. Cuypers: „Wir erwarten aber, dass dies dauerhaft gewährleistet ist. Ohne das Talsperrensystem gäbe es viele produzierende Unternehmen und damit Arbeitsplätze entlang der Rur gar nicht.“

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